Einkaufen ohne Personal: Smartstore in Waren eröffnet
Smartstore in Waren: Einkaufen ohne Personal (27.04.2026)

In Waren (Müritz) hat Frank Meißler einen neuen Laden eröffnet, der rund um die Uhr geöffnet ist und fast ohne Personal auskommt. Der sogenannte Smartstore mit dem Namen „Friedas Konsum“ in der Springerstraße 27 testet ein neuartiges Einkaufskonzept, das bald häufiger in Mecklenburg-Vorpommern zu finden sein soll.

Digitaler Zutritt und bargeldloses Bezahlen

Der Zutritt zum Laden erfolgt hauptsächlich digital. Kunden benötigen einen QR-Code, den sie entweder auf dem Handy oder einer Kundenkarte haben. Innerhalb von 60 Sekunden können sie sich an der Tür registrieren, eintreten und einkaufen. Bezahlt wird bargeldlos mit EC- oder Kreditkarte sowie per PayPal. Das Sortiment umfasst Lebensmittel des täglichen Bedarfs, darunter regionale Produkte wie Möwe-Nudeln und Rostocker Wurst sowie Waren größerer Marken.

Wer kein Handy nutzen möchte, bleibt außen vor. „Wer das nicht möchte, der wird sicherlich woanders auch einkaufen können“, stellt Meißler fest. In den ersten Wochen nach der Eröffnung ist er noch häufig vor Ort, um bei der Anmeldung zu helfen. Das werde mit der Zeit und weiteren Standorten aber weniger.

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Reaktionen aus der Bevölkerung

Als der Nordkurier sich vor Ort umschaute, betrat eine ältere Dame den Laden und fragte nach Alternativen für Menschen, die nicht mit dem Handy zahlen wollen. In Warens Westsiedlung leben viele ältere Menschen, die skeptisch gegenüber digitalem Bezahlen sind. Nachdem sie erfuhr, dass auch die EC-Karte akzeptiert wird und lediglich Telefonnummer und E-Mail-Adresse nötig sind, zeigte sie sich zufrieden.

Ziel: Versorgung auf dem Land sichern

Frank Meißler will mit seinem Konzept die Grundversorgung in dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns sichern. „Das ist hier die Blaupause. Wenn alles läuft, kann ich das eins zu eins kopieren und auf weitere Stores übertragen“, sagt er. Derzeit führt er Gespräche mit der Gemeinde Jördenstorf über einen weiteren Standort. Das Konzept soll keine großen Supermärkte in Städten ersetzen, aber auf dem Land klare Vorteile bieten: geringere Fixkosten und weniger Personaldruck. „Es gibt Gemeinden und Dörfer, die in einem Radius von acht Kilometern keine Einkaufsmöglichkeit haben – nicht einmal eine Tankstelle“, erklärt Meißler.

Startprobleme und Kundenfeedback

Der Betreiber spricht offen über Startprobleme in Waren: „Die Warenbeschaffungswege sind unterschiedlich. Zurzeit habe ich Zahnpasta, aber noch keine Zahnbürste. Auch die Tiefkühlware zieht sich noch hin.“ Er rechnet damit, das Sortiment in den nächsten Wochen zu stabilisieren. Gleichzeitig setzt er auf Rückmeldungen der Kunden: „Die Kunden mögen mir sagen, was sie noch wollen, was ihnen fehlt, was sie brauchen.“

KI-Überwachung als Betriebsgeheimnis

Zur Funktionsweise der KI-gestützten Video-Überwachung hält sich der Betreiber bedeckt: „Das ist ein Betriebsgeheimnis.“ Klar sei jedoch: „Sowohl Betrug als auch Diebstahl kann man erkennen und dann diesen Dingen nachgehen.“ Zum Spannungsfeld von Vertrauen und Überwachung sagt er: „Ich vertraue meinen Laden und meine Waren meinen Kunden an. Das ist ein Vertrauensvorschuss. Wenn man damit nicht pfleglich umgeht, finde ich es nur normal, dass ich der Sache nachgehe.“

Wirtschaftlichkeit und Personal

Der Gründer nennt keine Zahlen zur Wirtschaftlichkeit – auch das sei ein Betriebsgeheimnis. Er sei sich „sehr sicher, dass es funktioniert. Die anderen Stores sind bereits in Vorbereitung, sobald die Baugenehmigung da ist, geht es los.“ Momentan möchte er sich auf sein Heimatland MV beschränken. Ganz ohne Menschen wird es laut Meißler künftig dennoch nicht gehen: „Irgendwann wird es auch Personal brauchen, weil ich nicht mehr überall alleine sein kann.“ Schließlich müsse auch jemand die Waren in die Regale legen oder das Wasser des Putzroboters wechseln.

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