Am Dienstagabend (21 Uhr) richtet sich der Blick des FC Bayern gespannt auf die englische zweite Liga. Das Halbfinalrückspiel der Aufstiegs-Playoffs zwischen dem FC Southampton und dem FC Middlesbrough könnte die Zukunft von Torhüter Daniel Peretz entscheidend beeinflussen. Sollten die Saints vor heimischer Kulisse verlieren, würde die im Leihvertrag verankerte Kaufpflicht für den Israeli verfallen. Die britische BBC berichtete bereits über diese Klausel, und die AZ kann dies bestätigen. Die Ablösesumme wäre mit rund acht Millionen Euro für die Münchner ein lukratives Geschäft gewesen, schließlich wechselte Peretz im Sommer 2023 für lediglich fünf Millionen Euro von Maccabi Tel Aviv an die Isar.
Kaufoption bleibt bestehen
Doch selbst bei einem Ausscheiden Southamptons aus den Playoffs hätte der Klub eine Kaufoption in gleicher Höhe. Ob der Technische Direktor Johannes Spors diese bei einem Verbleib in der Championship ziehen wird, ist ungewiss. Peretz überzeugte in den vergangenen Monaten mit starken Leistungen: In 20 Ligaspielen blieb er siebenmal ohne Gegentor. „Es ist ein Perfect Match für uns beide“, sagte der 25-Jährige, der auch im Hinspiel (0:0) die weiße Weste behielt.
Spionagevorwürfe überschatten das Duell
Im Vorfeld des Rückspiels sorgen jedoch unerlaubte Methoden für Aufsehen. Der Ligaverband EFL leitete am vergangenen Freitag Ermittlungen gegen Southampton ein. Ein Leistungsanalyst der Saints soll am Donnerstag beim heimlichen Filmen einer Trainingseinheit von Middlesbrough erwischt worden sein. Zwar löschte er die Aufnahmen und verließ das Gelände, doch Middlesbrough wandte sich an den Verband. Southampton bestätigte das Disziplinarverfahren und versprach volle Kooperation, machte aber keine weiteren Angaben. Eine unabhängige Disziplinarkommission wird in den nächsten Tagen ein Urteil fällen.
Peretz‘ Perspektive bei Bayern ungewiss
Unabhängig von den Ermittlungen muss Peretz am Dienstag seine starke Form bestätigen. Sollte weder die Kaufpflicht greifen noch die Option gezogen werden, müsste er sich für einen neuen Klub empfehlen. Bei den Bayern besitzt er einen Vertrag bis 2027, gilt aber im Sommer als Verkaufskandidat. Grund ist das Überangebot an Torhütern: Manuel Neuer, dessen Verlängerung bis 2027 bevorsteht, und Jonas Urbig sollen sich die Spiele in der kommenden Saison teilen. Dahinter könnte Sven Ulreich als Backup bleiben. Nach AZ-Informationen will man die Gespräche mit Ulreich erst nach der Neuer-Verlängerung führen – eine gemeinsame Verkündung wie 2023 ist nicht geplant.
Nübel-Rückkehr unwahrscheinlich
Zudem muss eine Lösung für Alexander Nübel gefunden werden. Der 29-Jährige ist bis Saisonende an den VfB Stuttgart ausgeliehen und in München langfristig bis 2030 gebunden. Eine dauerhafte Rückkehr im Sommer ist vom Tisch, doch einen Abnehmer für den DFB-Keeper zu finden, gestaltet sich schwierig. Nübel verdient angeblich rund zwölf Millionen Euro – ein Gehalt, das die meisten Bundesligaklubs nicht stemmen können. Sollte bis zum Trainingsauftakt kein neuer Klub gefunden sein, kehrt Nübel an die Säbener Straße zurück. Den Bayern-Bossen steht also noch viel Arbeit beim Torhüter-Team bevor.



