Leipzig - Der Carsharing-Anbieter Teilauto vollzieht einen bedeutenden Schritt: Das Unternehmen wandelt sich von einer GmbH in eine Genossenschaft um. Offizieller Start der neuen Rechtsform ist der 1. Mai. Mit diesem Schritt erhofft sich die Geschäftsführung, neues Kapital einzuwerben und die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Warum die Genossenschaft?
Vorstand Michael Creutzer erklärte vor dem offiziellen Start, dass die Umwandlung dazu diene, den Bestand des Unternehmens zu bewahren und es vor reinen Kapitalinteressen zu schützen. „Wir hoffen, dass wir eine mitgliederstarke Genossenschaft werden, dann nimmt man natürlich Eigenkapital ein“, sagte Creutzer. Dieses Kapital soll unter anderem in die Erweiterung der Fahrzeugflotte und den Bau neuer Stationen fließen.
Nach eigenen Angaben ist Teilauto das erste Unternehmen in Deutschland, das den Wechsel von einer GmbH zu einer Genossenschaft vollzieht. Die neue Rechtsform biete mehr demokratische Mitbestimmung, da jedes Mitglied genau eine Stimme habe.
Die Geschichte von Teilauto
Das Unternehmen wurde 1992 in Halle als Verein gegründet. Im Jahr 2004 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH. Diese Rechtsform sei jedoch nie als dauerhafte Lösung gedacht gewesen, so Creutzer. Mehrere Jahre lang habe man intensiv über die zukünftige Rechtsform diskutiert. Die Entscheidung fiel schließlich auf die Genossenschaft, die von der Idee her demokratischer sei.
Wachstum im vergangenen Jahr
Ende 2025 zählte das Leipziger Unternehmen rund 102.500 Kundinnen und Kunden in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das entspricht einem Zuwachs von 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Jahresumsatz belief sich auf 35 Millionen Euro, wie Creutzer mitteilte.
Beim Carsharing können Kunden ein Auto für einen bestimmten Zeitraum buchen und nutzen. Die Bezahlung erfolgt in der Regel über einen Zeit- und Kilometerpreis, je nach Tarif kommt ein Grundpreis hinzu.



