EU genehmigt 76 Millionen Euro für Münchner Chip-Test-Start-up
EU genehmigt 76 Mio. Euro für Chip-Test-Start-up

Die Europäische Kommission hat grünes Licht für eine staatliche Beihilfe von 76 Millionen Euro an das Münchner Start-up QuantumDiamonds GmbH gegeben. Mit dem Direktzuschuss soll der Aufbau einer Produktionsstätte für neuartige Halbleiter-Prüfgeräte auf Basis von Quantensensoren in München unterstützt werden. Die EU-Kommission erklärte, die Förderung werde dazu beitragen, „die Position und Autonomie der EU in der Halbleiter-Wertschöpfungskette zu stärken“.

Quantensensorik revolutioniert Chip-Tests

QuantumDiamonds entwickelt fortschrittliche Mess- und Prüfsysteme für die Halbleiterindustrie, die auf Quantensensoren basieren. Diese ermöglichen eine hochauflösende und dreidimensionale Prüfung moderner Mikrochips. Das Unternehmen errichtet nach eigenen Angaben den ersten Produktionsstandort für solche Systeme in der EU. Die Mikrochips werden unter anderem in Smartphones, Computern und Autos verbaut und gelten als Schlüsseltechnologie.

Hintergrund der Förderung

Die EU-Kommission prüft standardmäßig, ob geplante Beihilfen durch Mitgliedstaaten den europäischen Wettbewerb verzerren könnten. Im Fall von QuantumDiamonds wurden keine Bedenken geltend gemacht. Das Unternehmen hatte im Dezember einen Investitionsplan in Höhe von 152 Millionen Euro vorgestellt, um die Produktionsstätte aufzubauen. Neben dem EU-Zuschuss sind auch öffentliche Fördermittel von Bundesregierung und bayerischer Landesregierung im Rahmen des Europäischen Chip-Gesetzes vorgesehen.

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Verpflichtungen des Unternehmens

Im Gegenzug hat sich QuantumDiamonds zu mehreren Auflagen verpflichtet: Bei Engpässen soll das Unternehmen Aufträge vorrangig erfüllen, in der Frühphase einen Teil der Anlage Start-ups und akademischen Laboren zur Verfügung stellen und potenzielle projektbezogene Gewinne, die über die aktuellen Erwartungen hinausgehen, mit Deutschland teilen. Die EU-Kommission betonte, diese Verpflichtungen würden sich positiv auf die Halbleiter-Wertschöpfungskette auswirken, indem die Versorgung gesichert und Arbeitskräfte qualifiziert werden.

EU-Strategie für Halbleiter

Die EU hat das Ziel, ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 von derzeit rund 10 Prozent auf 20 Prozent zu steigern. Anfang des Monats hatte die EU-Kommission Vorschläge vorgelegt, um die Produktion in Europa zu stärken. Dazu gehören unter anderem die Anregung an Mitgliedstaaten, bei öffentlichen Aufträgen auf Mikrochips aus Europa zurückzugreifen, schnellere Genehmigungsverfahren, eine vertiefte Zusammenarbeit und ein neues Exzellenzlabel für Europas Halbleiterregionen. Die Kommission erklärte, die Maßnahme habe „weitreichende positive Auswirkungen auf das europäische Halbleiter-Ökosystem und trägt zur Stärkung der Versorgungssicherheit Europas bei“. Ohne öffentliche Unterstützung würde das Unternehmen die Investition nicht in Europa tätigen, so die EU-Kommission weiter.

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