Italien: Kloster wirft jüngste Äbtissin wegen Geschäftstüchtigkeit raus
Kloster wirft jüngste Äbtissin wegen Geschäftstüchtigkeit raus

San Giacomo di Veglia – Sie verkaufte Kloster-Prosecco und warb auf Instagram dafür – das war der Kirche offenbar zu viel. Die jüngste Äbtissin Italiens, Aline Pereira Ghammachi, wurde nach jahrelangem internen Konflikt aus ihrem Amt entfernt. Die gebürtige Brasilianerin hatte 2018 im Alter von nur 34 Jahren die Leitung des Zisterzienserklosters der Heiligen Gervasius und Protasius in San Giacomo di Veglia übernommen.

Betriebswirtin rettete finanziell angeschlagenes Kloster

Pereira Ghammachi, die einen Abschluss in Betriebswirtschaft besitzt, brachte das finanziell angeschlagene Gotteshaus schnell wieder in Schwung. Sie vermarktete selbst produzierten Honig, Prosecco aus Kloster-Trauben sowie Pflegeprodukte aus eigenen Aloe-Pflanzen. Dazu nutzte sie Instagram und TV-Auftritte – mit großem Erfolg. Der Kloster-Prosecco wurde zum Verkaufsschlager. Doch die Kirche und Traditionalisten sahen das Geschäftsgebaren offenbar kritisch, berichten mehrere italienische Medien.

Vorwürfe: Beichtgeheimnis gebrochen und Nonnen misshandelt

Zudem sei die Äbtissin angeblich „zu schön und zu jung“ für das Amt. Einige Nonnen schrieben anonym an den damaligen Papst Franziskus (1939–2025) und behaupteten, Pereira Ghammachi habe das Beichtgeheimnis gebrochen und Nonnen misshandelt. Die Kirche setzte daraufhin eine 81-jährige Leiterin ein. Die junge Ex-Äbtissin verließ daraufhin das Kloster. Aus Protest folgten ihr fünf weitere Frauen – alle wurden von der Kirche von ihrem Gelübde entbunden.

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Ex-Äbtissin kündigt Klage an

Der italienischen Zeitung „Il Messaggero“ sagte Pereira Ghammachi: „Was ich zusammen mit den Mitschwestern möchte, ist, dass vollständige Klarheit über den Vorfall herrscht und die Wahrheit über die Lüge siegt. Ich wurde zu Unrecht angegriffen und möchte, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Ich habe mein ganzes Leben meinem religiösen Weg gewidmet und sehe ihn jetzt zerstört.“ Gemeinsam mit ihren Ordensschwestern lebt sie nun in einer alten Villa, verkauft weiter selbst Produziertes und hilft Menschen mit Depressionen. Den Rauswurf will sie laut „Il Messaggero“ gerichtlich anfechten: „Ja. Absolut ja. Es ist nicht fair, dass ich für die unbegründeten Behauptungen skrupelloser Menschen einen so hohen Preis zahlen muss. Sie haben das zerstört, was ich mit großen Opfern in all diesen Jahren in Harmonie mit der Schöpfung und meinen Mitschwestern aufgebaut habe.“

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