Start-up-Milliarden fließen vor allem in Rüstung und Robotik
Start-up-Milliarden fließen in Rüstung und Robotik

Im ersten Halbjahr 2026 zeichnet sich ein klarer Trend ab: Mehr Geld für weniger Start-ups. Die Finanzierungsrunden in Deutschland werden immer größer, erinnern an die Coronazeit. Doch es drohen Firmen durchs Raster zu fallen, die letztlich gute Zukunftschancen hätten, warnt Nadine Schimroszik in einem Kommentar.

Rekordfinanzierungen für Rüstung und Robotik

Das Berliner Rüstungs-Start-up Stark Defence hat im Juni eine der größten Finanzierungsrunden einer europäischen Verteidigungsfirma gestemmt. Stark sammelte eine halbe Milliarde Euro ein, die Bewertung der Firma stieg auf etwas mehr als drei Milliarden Euro. Das Geld dafür kam überwiegend aus den USA. Zu den wichtigsten Investoren bei dem Deal gehörten Sequoia, Peter Thiel's Founders Fund, Advent Software und Air Street Capital.

Stark ist nur ein Beispiel für viele neue, wirklich große Finanzierungsrunden in Deutschland. Die Investitionen in deutsche Start-ups dürften in diesem Jahr so hoch ausfallen wie zuletzt in der Coronakrise, als die Digitalisierung und das Niedrigzinsumfeld die Entwicklung beschleunigten.

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Positive Entwicklung mit Schattenseiten

Dieser Trend ist zunächst durchweg positiv: Mehr Geld bringt im besten Fall mehr Wachstum und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Doch es gibt zwei Wermutstropfen: die Abhängigkeit von den USA und die Schwierigkeiten von Start-ups außerhalb der Bubble, an Risikokapital zu kommen.

Zum einen fließt das Wagniskapital zwar in aufsehenerregende Deals wie bei Stark Defence oder bei dem Metzinger Robotikunternehmen Neura Robotics, dem kürzlich die größte Finanzierungsrunde eines deutschen Start-ups mit bis zu 1,4 Milliarden Dollar gelang. Doch viele andere Start-ups, die nicht in den bevorzugten Branchen wie Rüstung, Robotik oder Künstliche Intelligenz tätig sind, haben kaum Chancen auf große Finanzierungen.

US-Abhängigkeit birgt Risiken

Die Abhängigkeit von US-Investoren ist ein weiteres Risiko. Sollte sich die geopolitische Lage ändern oder die US-Wirtschaft schwächeln, könnten die Kapitalströme schnell versiegen. Deutsche Start-ups sollten daher versuchen, auch europäische Investoren zu gewinnen, um die Abhängigkeit zu verringern.

Insgesamt zeigt der Trend, dass der deutsche Start-up-Markt zwar wächst, aber selektiver wird. Die Politik ist gefragt, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch Gründern außerhalb der Hype-Themen den Zugang zu Kapital erleichtern.

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