AIDA-Kreuzfahrten: Neue Kleiderordnung sorgt für Kontroversen unter Urlaubern
AIDA-Kreuzfahrten: Neue Kleiderordnung sorgt für Kontroversen

AIDA-Kreuzfahrten: Neue Kleiderordnung sorgt für Kontroversen unter Urlaubern

Die Kreuzfahrtgesellschaft AIDA hat auf ihren Schiffen eine verschärfte Kleiderordnung eingeführt, die bei Urlaubern und Experten auf deutliche Kritik stößt. Nach jahrzehntelangem entspannten Umgang mit der Bekleidung an Bord müssen Passagiere nun strengere Regeln beachten, insbesondere während der Abendstunden.

Verbotene Kleidungsstücke an Bord

Vor allen Restaurants der AIDA-Flotte sind nun Hinweisschilder mit der Überschrift „Passend gekleidet“ angebracht. Diese listen detailliert auf, welche Kleidungsstücke abends nicht mehr erlaubt sind. Während das Verbot von Badebekleidung, Jogginganzügen, Badelatschen und barfüßigem Auftreten noch nachvollziehbar erscheint, sorgt das Verbot von kurzen Röcken und Tops bei Frauen sowie Shorts bei Männern für besondere Irritation.

Kreuzfahrt-Experte Robin Halle, der seit 25 Jahren regelmäßig auf AIDA-Schiffen unterwegs ist, äußert deutliche Kritik an den neuen Vorschriften. „Was war das schön all die Jahre auf AIDA: in Trainingsklamotten zum Mittagessen, dann zum Sport. In Badehose an der Poolbar ein Kaltgetränk genießen“, erinnert sich Halle an die frühere entspannte Atmosphäre.

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Ungenau definierte Kleidervorschriften

Besonders problematisch erscheint die unklare Definition der verbotenen Kleidungsstücke. Bei den kurzen Röcken stellt sich die Frage: Wann ist ein Rock zu kurz? Die Hinweisschilder lassen darauf schließen, dass der Rock mindestens bis zu den Knien reichen sollte. Bei den Oberteilen sind sogenannte Spaghetti-Träger untersagt, was den Eindruck erweckt, Frauen sollten weniger Haut zeigen.

Für Männer gilt das Verbot von Shorts beim Abendessen, was Halle als „völlig unsinnig“ bezeichnet. „Modische Shorts kosten 100 Euro oder mehr. Mit einem Hemd dazu sind Männer sportlich-elegant gekleidet. Niemand wird in diesem Outfit aus einem Restaurant auf dem Festland geworfen“, argumentiert der Kreuzfahrt-Experte.

Veränderte Atmosphäre an Bord

Die neuen Kleidervorschriften betreffen nicht nur das Abendessen. Selbst tagsüber sollen Urlauber die Restaurants und Bars nicht mehr in Bade- oder Sportbekleidung betreten. Dies bedeutet, dass Gäste sich nun eine Hose anziehen müssen, wenn sie an der Poolbar ein Getränk bestellen wollen – eine Praxis, die jahrzehntelang problemlos möglich war.

Die verschärften Regeln stehen im Zusammenhang mit dem kürzlich eingeführten Preismodell „Sechs Richtige“, das den Kreuzfahrten einen exklusiveren Charakter verleihen soll. Offenbar soll die strengere Kleiderordnung dieses neue Image unterstützen und unterstreichen.

Diskussionen in sozialen Medien

In Chatforen und sozialen Netzwerken wird die neue Kleiderordnung kontrovers diskutiert. Ein Mann kommentiert auf TikTok: „Lange Hose für Männer ist dermaßen überholt, genauso wie schöne offene Zehensandalen.“ Eine Frau fragt sich: „Warum darf ich kein Trägertop tragen? Oder soll das Bauchfrei sein? Und es gibt sehr schöne Flipflop-artige Damenschuhe.“

Während einige Nutzer die Kleiderordnung als notwendige Anstandsregel verteidigen, sehen viele andere darin eine unnötige Einschränkung der persönlichen Freiheit im Urlaub. Besonders paradox erscheint vielen, dass tagsüber Bikinis und Badebekleidung völlig akzeptiert sind, während abends bereits kurze Röcke und ärmellose Tops problematisch sein sollen.

Die AIDA-Website formuliert die neuen Regeln relativ vage: „Zum Abendessen können Sie sich gern etwas schicker kleiden. Herren tragen abends lange Hosen. Darüber hinaus ist die Kleiderwahl natürlich ganz Ihnen selbst überlassen.“ In der Praxis zeigen die Hinweisschilder an Bord jedoch deutlich strengere Vorgaben auf.

Die Diskussion über die angemessene Kleidung auf Kreuzfahrtschiffen wird voraussichtlich weitergehen, während AIDA versucht, mit den neuen Regeln ein exklusiveres Image zu etablieren. Für viele Stammgäste wie Robin Halle bedeutet dies jedoch eine spürbare Veränderung der gewohnten Urlaubsatmosphäre.

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