AIDA verschärft Kleiderordnung an Bord: Kurze Röcke und Shorts abends tabu
Auf den Schiffen der AIDA-Flotte müssen Urlauber seit kurzem deutlich strengere Kleidervorschriften beachten. Was jahrelang problemlos möglich war – etwa in Trainingsklamotten zum Mittagessen oder mit Badelatschen an der Poolbar – ist nun untersagt. Besonders kontrovers: Selbst kurze Röcke und Tops sind beim Abendessen nicht mehr erlaubt.
Neue Hinweisschilder vor allen Restaurants
Ein Bekannter von Kreuzfahrt-Experte Robin Halle, der aktuell auf der AIDA luna Urlaub macht, hat Fotos von neu installierten Hinweisschildern geschickt. Diese stehen vor allen Bordrestaurants und listen unter der Überschrift „Passend gekleidet“ detailliert auf, was nicht mehr gestattet ist. Während einige Verbote nachvollziehbar erscheinen – wie das Tragen von Badebekleidung, Jogginganzügen oder das Barfußlaufen – sorgen andere für Unverständnis.
„Plötzlich sind auch kurze Röcke und Tops ein absolutes No-Go auf AIDA!“, stellt Halle fest. Die Schilder lassen darauf schließen, dass Röcke mindestens bis zu den Knien reichen sollten. Bei Oberteilen sind sogenannte Spaghetti-Träger untersagt. Der Plan dahinter scheint zu sein, dass Frauen weniger Haut zeigen sollen – eine Maßnahme, die besonders vor dem Hintergrund paradox erscheint, dass sich viele Gäste tagsüber in Bikinis an Deck bewegen.
Männer müssen auf Shorts verzichten
Für Männer gilt ebenfalls eine verschärfte Regelung: Beim Abendessen sind Shorts nicht mehr erlaubt, selbst wenn diese modisch und teuer sind. Auf der offiziellen AIDA-Website heißt es dazu: „Herren tragen abends lange Hosen.“ Halle kritisiert diese Vorgabe als überholt und unsinnig, da vergleichbare Outfits in Restaurants an Land akzeptiert würden.
Zudem weist die Reederei auf ihrer Homepage darauf hin, dass tagsüber Bade- und Sportbekleidung in Restaurants und Bars nicht gestattet sei. Das bedeutet konkret: Wer an der Poolbar ein Getränk bestellen möchte, muss sich vorher eine Hose anziehen – eine Praxis, die jahrzehntelang niemanden gestört hat.
Hintergrund: Exklusivere Ausrichtung
Die verschärfte Kleiderordnung steht im Zusammenhang mit dem kürzlich eingeführten Preismodell „Sechs Richtige“, mit dem AIDA den Kreuzfahrten einen exklusiveren Charakter verleihen möchte. Die strengeren Dresscodes sollen dieses Image offenbar unterstreichen. Im Internet kursieren bereits Videos, in denen von nachhaltigen Kontrollen der Kleidervorschriften berichtet wird.
Kontroverse Diskussionen in sozialen Medien
In Chatforen und auf Plattformen wie TikTok wird die neue Kleiderordnung kontrovers diskutiert. Ein Mann kommentiert: „Lange Hose für Männer ist dermaßen überholt, genauso wie schöne offene Zehensandalen.“ Eine Frau fragt sich: „Warum darf ich kein Trägertop tragen? Oder soll das Bauchfrei sein? Und es gibt sehr schöne Flipflop-artige Damenschuhe.“
Während einige Nutzer die Maßnahmen als notwendige „Sache des Anstands“ verteidigen, empfinden viele die Regelungen als übertrieben. Dass niemand im Bikini oder Bademantel zum Abendessen erscheinen sollte, sei allgemein akzeptiert – aber das Verbot von kurzen Röcken und modischen Shorts stößt auf breite Kritik.
Robin Halle, der seit 25 Jahren Kreuzfahrten erlebt, fasst zusammen: „Was war das schön all die Jahre auf AIDA – jetzt wird vieles anders.“ Die neuen Vorschriften werfen grundsätzliche Fragen nach dem Selbstverständnis moderner Kreuzfahrtunternehmen und den Erwartungen der Urlauber auf.



