Amsterdam plant radikales Kreuzfahrtschiff-Verbot bis 2035 gegen Massentourismus
Amsterdam: Kreuzfahrtschiff-Verbot bis 2035 gegen Massentourismus

Amsterdam verschärft Kampf gegen Massentourismus mit radikalem Kreuzfahrtschiff-Verbot

Die niederländische Metropole Amsterdam intensiviert ihren Kampf gegen den überbordenden Massentourismus mit einem ambitionierten Plan: Bis zum Jahr 2035 sollen alle Hochsee-Kreuzfahrtschiffe aus dem historischen Stadtzentrum verbannt werden. Dieser radikale Schritt markiert eine neue Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung mit den negativen Folgen des Tourismusbooms.

Bereits bestehende Beschränkungen werden massiv ausgeweitet

Bereits in der Vergangenheit hatte Amsterdam deutliche Signale gesetzt. Seit diesem Jahr ist nur noch ein einziges Hochsee-Kreuzfahrtschiff am zentralen Passagierterminal im Herzen der Stadt erlaubt. Zudem wurden die jährlichen Anläufe dieser riesigen Schiffe von bisher 190 auf nur noch 100 halbiert – eine Maßnahme, die der Stadtrat bereits 2024 beschlossen hatte.

Die Zahl der Tagestouristen hat sich in der Grachtenstadt zu einem riesigen Problem entwickelt. Mit über 21 Millionen Übernachtungen pro Jahr plus einer enormen Menge an Tagesbesuchern leidet die Lebensqualität der Einwohner erheblich unter den Besuchermassen. Die Umweltbelastung durch Emissionen und Abfälle der Kreuzfahrtschiffe verschärft die Situation zusätzlich.

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Venedig als Vorbild für die Tourismuswende

Die geplanten Maßnahmen orientieren sich am erfolgreichen Vorbild Venedigs. Die italienische Lagunenstadt hat bereits im August 2021 große Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge über 180 Metern aus dem zentrumsnahen Giudecca-Kanal und dem Markusbecken verbannt. Amsterdam möchte diesen Ansatz nun konsequent weiterentwickeln.

Interessanterweise wurden auch die Planungen für ein neu geplantes Kreuzfahrt-Terminal außerhalb des Zentrums eingestellt. Dies unterstreicht den grundsätzlichen Kurswechsel: Statt den Kreuzfahrt-Tourismus zu verlagern, soll er insgesamt reduziert werden.

Entscheidung liegt bei der nächsten Stadtregierung

Ob die ambitionierten Pläne tatsächlich umgesetzt werden, hängt von der nächsten Stadtverwaltung ab. Nach den Kommunalwahlen am 18. März soll die neu gewählte Regierung über das endgültige Schicksal der Kreuzfahrtschiffe in Amsterdam entscheiden. Die Diskussion um die richtige Balance zwischen Tourismuswirtschaft und Lebensqualität wird damit in eine neue Phase treten.

Die niederländische Hauptstadt steht mit ihrem Vorhaben exemplarisch für einen internationalen Trend: Immer mehr touristische Hotspots suchen nach Wegen, die negativen Auswirkungen des Massentourismus einzudämmen und eine nachhaltigere Besucherpolitik zu etablieren.

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