Deutsche Urlauberin auf Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi festgesetzt
Die Eskalation des Nahost-Konflikts hat tausende deutsche Touristen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestrandet. Unter ihnen befindet sich Ilka W. aus dem Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern, die gemeinsam mit ihrem Ehemann an Bord des TUI-Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ im Hafen von Abu Dhabi festsitzt. Die Situation wurde dramatisch, als nur etwa einen Kilometer vom Schiff entfernt eine iranische Drohne einschlug.
Beängstigende Momente an Bord
Ilka W. schildert dem Nordkurier ihre Erfahrungen während des Vorfalls: „Da kam auch der Alert und ich hatte gerade telefoniert und habe das Geräusch nur über den Überflug gehört. Ich habe gedacht, er fliegt aber komisch und sehr tief. Den eigentlichen Einschlag habe ich nicht gehört.“ Unmittelbar nach dem Vorfall erging die Anweisung des Kapitäns, Fenster zu meiden und sich in die Innenräume des Schiffes zurückzuziehen.
„Es war schon eine interessante Situation in dem Moment, ein bisschen sehr aufregend, muss ich sagen“, berichtet die Touristin weiter. „Aber es blieb alles ruhig, niemand machte Panik. Der Einschlag erfolgte in einem Lagergebäude des Militärs etwa einen Kilometer entfernt.“
Strenge Sicherheitsmaßnahmen an Bord
Auf dem Kreuzfahrtschiff gelten seit dem Vorfall strenge Sicherheitsvorkehrungen. Passagiere dürfen weder das Schiff verlassen noch sich in den offenen Außenbereichen wie dem Pooldeck aufhalten. Lediglich überdachte Bereiche stehen zur Verfügung. „Wir dürfen nicht raus, das ist klar“, erklärt Ilka W. „Aber es gibt Bereiche, die überdacht sind, da dürfen wir.“
Trotz der angespannten Lage herrscht an Bord eine bemerkenswerte Ruhe. „Es hat keiner Panik gemacht, es ist keiner wild durch die Gegend gelaufen oder hat herumgeschrien“, betont die Urlauberin. „Das läuft alles sehr ruhig ab. Wir haben auch Kinder hier an Bord und Ältere. Deswegen ist alles vertreten von jung bis alt.“
Umfassende Information und Betreuung
Die Passagiere werden laut Ilka W. regelmäßig über die Sicherheitslage informiert. „Wir kriegen mehrere Sicherheitsnachrichten am Tag. Also, wir werden sehr gut informiert und die Crew kümmert sich im Hintergrund um alles.“ Die Touristin zeigt sich mit der Betreuung zufrieden: „Wir brauchen uns um nichts kümmern, einfach nur hier sein.“
Psychologische Belastung der Passagiere
Trotz der organisierten Abläufe bleibt die Situation für die Reisenden psychologisch belastend. „Es ist das Thema natürlich untereinander. Jeder spricht miteinander, es ist eine spezielle Situation“, beschreibt Ilka W. die Stimmung an Bord. „Es ist die erste Erfahrung, dass man mit, na ja, so Kriegserfahrungen macht, sage ich mal. Und ist schon speziell, sehr speziell, ja, beängstigend auch manchmal.“
Die Blockade wichtiger Reiserouten über der Golfregion betrifft insgesamt etwa 30.000 deutsche Urlauber, die seit dem Wochenende in den Vereinigten Arabischen Emiraten festsitzen. Neben Kreuzfahrtschiffen müssen viele Reisende in Hotels oder am Flughafen von Abu Dhabi ausharren, bis sich die Sicherheitslage entspannt und die Transportwege wieder geöffnet werden.



