Deutsches Paar in Dubai gestrandet: Geld geht aus - Reiseveranstalter verspricht nun Hilfe
Deutsches Paar in Dubai gestrandet: Geld geht aus

Deutsches Paar in Dubai gestrandet: Geld geht aus - Reiseveranstalter verspricht nun Hilfe

Fast wäre es für Natalie Schwab (50) und ihren Partner Oleg Iwanow (31) ein Traumurlaub in Dubai geworden. Doch nur Stunden vor dem geplanten Rückflug nach Deutschland brach der jüngste Iran-Krieg aus. Seitdem sitzt das verzweifelte Paar aus Kulmbach in der Metropole am Persischen Golf fest – und ihm geht das Geld aus.

Urlaubsträume werden zum Albtraum

Eine Woche lang hatten sich Schwab und Iwanow unter der Sonne von Dubai erholt. Natalie Schwab feierte dort sogar ihren 50. Geburtstag. Samstagnachmittag sollte die Rückreise nach Deutschland anstehen. Die beiden hatten bereits aus dem futuristischen 5-Sterne-Hotel „Atlantis The Royal“ auf der Palmeninsel ausgecheckt und ihr Gepäck am Flughafen für den Heimflug nach München aufgegeben.

Doch die Maschine hob nicht mehr ab. Stattdessen verbrachten das Paar und viele andere Urlauber die erste Kriegsnacht in einer Hotel-Tiefgarage.

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Finanzielle Not und fehlende Unterstützung

Oleg Iwanow erklärt gegenüber BILD: „Ich habe bis Dienstag ein Hotel aus eigener Tasche bezahlt. Mehr geht nicht. Noch eine Nacht und unser Geld ist alle.“ Das Paar hatte sowohl den Reiseveranstalter LMX Touristik aus Leipzig als auch das Vergleichsportal Check24 aus München unverzüglich über ihre prekäre Situation informiert und um Hilfe gebeten.

Die Reaktionen ließen jedoch zu wünschen übrig: „LMX hat zunächst gar nicht reagiert. Check24 antwortete nach ein paar Stunden und versprach, sich zu kümmern. Passiert ist nichts“, so Iwanow weiter. Auch vor Ort habe sich kein lokaler Reiseleiter um das gestrandete Paar gekümmert. „Wir waren auf uns alleine gestellt.“

Angespannte Situation im Krisengebiet

Die psychische Belastung ist enorm. Oleg Iwanow beschreibt die angespannte Atmosphäre: „Man geht raus, schaut die ganze Zeit in den Himmel.“ Nachts könnten er und seine Lebensgefährtin kaum schlafen. „Bei jedem kleinen Geräusch ist man gleich wachsam.“

Tagsüber verließen die beiden das Hotel nur, wenn es unbedingt nötig war. Ein weiteres Problem: „Wir bekommen unser Gepäck nicht zurück. Das ist noch immer am Flughafen“, berichtet Iwanow. „Wir haben uns jetzt das Nötigste gekauft.“ Auch das sei nicht einfach gewesen, da viele Geschäfte seit Samstag geschlossen seien.

Enttäuschung über deutsche Politik

Das Paar fühlt sich von der deutschen Regierung im Stich gelassen. Oleg Iwanow äußert sich enttäuscht: „Wie viele andere Urlauber auch fühlen wir uns von der deutschen Regierung im Stich gelassen. Die Aussage von Herrn Wadephul, dass deutsche Touristen nicht evakuiert werden, hat uns fassungslos gemacht.“

Inzwischen gibt es jedoch einen Lichtblick für deutsche Urlauber in der Golf-Region. Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) erklärte später am Montag: „Wir wollen Deutsche nach Hause bringen.“

Hilfe in Sicht nach Medienanfrage

Für Natalie Schwab und Oleg Iwanow persönlich gibt es nun konkrete Hilfe. Auf Nachfrage von BILD teilte ein Sprecher der LMX Touristik in Absprache mit Check24 mit: „Wir haben Natalie Schwab und Oleg Iwanow auf den nächsten Flug nach München am 4. März gebucht.“

Sofern die Sicherheit für Passagiere und Crew gewährleistet ist, soll der Flug stattfinden. Der LMX-Sprecher versicherte gegenüber BILD zudem: „Die zusätzlichen Hotelkosten des Paares werden vollständig übernommen.“

Damit endet die Odyssee für das Paar aus Kulmbach hoffentlich bald. Die Erfahrung zeigt jedoch, wie schnell sich Urlaubsträume in Krisenzeiten in existenzielle Nöte verwandeln können – und wie wichtig schnelle und zuverlässige Unterstützung durch Reiseveranstalter und Behörden in solchen Situationen ist.

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