Am 1. Mai beginnt im Europa-Rosarium Sangerhausen die neue Saison, eingeläutet durch die Blüte der ersten Wildrosen. Die Anlage erstreckt sich über rund 13 Hektar und beherbergt laut eigenen Angaben die weltweit größte Rosensammlung. Insgesamt gedeihen dort etwa 90.000 Pflanzen in rund 8.700 verschiedenen Arten und Sorten.
Saisoneröffnung mit königlichem Besuch
Zur Eröffnung werden die amtierende Rosenkönigin Geraldine I. sowie Rosenprinzessin Meike I. erwartet. Der Geschäftsführer der Rosenstadt Sangerhausen GmbH, Heiko Leßmann, betonte, dass die Eintrittspreise stabil geblieben seien. Bis Ende Oktober sind mehr als 100 Veranstaltungen geplant, darunter ein Garten- und Pflanzenmarkt mit rund 50 Ausstellern. Musikalische Darbietungen und Angebote für alle Altersgruppen runden das Programm ab.
Höhepunkte der Saison
Ein besonderes Highlight ist der 13. Juni, an dem das „Berg- und Rosenfest“ tagsüber und die stimmungsvolle „Nacht der tausend Lichter“ am Abend stattfinden. Zudem sind monatliche Picknick-Konzerte vorgesehen. Die Kunstausstellung „Rose trifft Kunst“ präsentiert rund 500 Werke nationaler und internationaler Künstler.
Blütezeit und Veredelung
Die Hauptblütezeit der Rosen wird im Juni und Juli erwartet. Laut Rosarium-Leiter Thomas Hawel haben die strengen Frostperioden im Winter keine nennenswerten Schäden verursacht. Das Rosarium fungiert auch als Genbank: Um die Vielfalt zu bewahren, werden in diesem Jahr etwa 15.000 Rosen veredelt. Zudem werden 50 neue Rosensorten vorgestellt, darunter die rote Beetrose „Gotha 1250“, die fliederfarbene „Herzogin Dorothea“ und die gelbe „Orienta Milya“.
Historischer Hintergrund
Wildrosen existieren bereits seit Millionen von Jahren. Die heutigen Gartenrosen gelangten mit den Kreuzzügen um das Jahr 1250 nach Europa. Im Europa-Rosarium liegt ein Schwerpunkt auf europäischen Sorten. Die moderne Rosenzucht entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als ältere Sorten zunehmend in Vergessenheit gerieten. Dies führte zur Idee, diese systematisch zu bewahren. Das Rosarium wurde vom Rosenzüchter Peter Lambert (1859–1939) ursprünglich als Parkanlage auf 1,5 Hektar konzipiert und am 27. Juni 1903 im Rahmen eines Rosenkongresses eröffnet.



