FKK-Kreuzfahrt Tag 5: Landgang in Curaçao - Reporter sehnt sich nach Nacktheit
FKK-Kreuzfahrt: Landgang in Curaçao mit unerwarteten Wendungen

FKK-Kreuzfahrt erreicht Curaçao: Reporter muss bekleidet an Land

Nach zwei Tagen und Nächten auf hoher See hat unsere FKK-Kreuzfahrt durch die Karibik endlich den Hafen von Willemstad auf Curaçao erreicht. Die Insel mit ihren 144.000 Einwohnern begrüßt uns mit karibischer Sonne und einer ungewohnten Situation für mich als BILD-Reporter: Ich muss bekleidet an Land gehen.

Verloste Nackt-Aktivitäten und ungewöhnliche Begleitung

Vor dem Ablegen wurden die begrenzten Plätze für Nackt-Landgänge verlost. Ich hatte nur Glück bei Nackt-Schwimmen mit Schweinen auf den Bahamas und Nackt-Schnorcheln auf Jamaika. Für den heutigen Ausflug auf Curaçao bleibt mir daher nur meine Badeshorts, die unangenehm ins von der Sonne gerötete Sitzfleisch schneiden.

Ich schließe mich einer Funk-Band aus Pennsylvania an, die für ihre drei Gigs an Bord zwar keine Bezahlung, aber dafür die komplette FKK-Reise geschenkt bekommen hat. Die sieben Bandmitglieder sind extra mit ihrem Bandbus von Pennsylvania nach Florida gefahren und finden die ungewöhnliche Schiffsreise fantastisch.

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Taxifahrt mit unerwarteter Wendung

Direkt am Hafen fängt uns ein lächelnder Taxifahrer namens Mickey (50) ab. Er bietet an, uns für anfänglich 10 Dollar pro Kopf über die Insel zu fahren, plus 20 Dollar pro Stunde Fahrt. Was wie ein fairer Deal für unsere achtköpfige Gruppe erscheint, entpuppt sich bald als typische Touristenfalle.

Die Fahrt verläuft merkwürdig langsam. Mickey bleibt an grünen Ampeln stehen und fährt absurde Umwege. Plötzlich kippt die Stimmung: Er verlangt jetzt 20 Dollar pro Person und Stunde, blitzt böse mit seinen zuvor freundlichen Augen und droht mit der Hafenpolizei. Aus den ursprünglich 30 Dollar pro Stunde für die ganze Gruppe werden so 160 Dollar – ein schlauer Betrüger, der von naiven Touristen lebt.

Kulturelle Einblicke und koloniale Geschichte

Auf der Fahrt zeigt Mickey uns seine erste „Attraktion“: ein verfallenes holländisches Fort an einem Industriehafen. Als Nachkomme afrikanischer Sklaven, arabischer Händler sowie portugiesischer und deutscher Einwanderer erklärt er die koloniale Geschichte der Insel.

Er zeigt auf ein altes Haus auf einem Felsen: „Da hinten wurden die Sklaven in Quarantäne gehalten. Wenn einem nur ein Zahn fehlte, wurde er getötet.“ Auf meine Frage nach der Bedeutung der Kreuzfahrtschiffe für die Insel antwortet er: „Früher haben die ihr Geld mit den Sklavenschiffen verdient, jetzt werden 25 Prozent der Einnahmen mit den Kreuzfahrtschiffen gemacht.“ Auch er selbst lebt davon.

Sehnsucht nach dem Nacktdampfer

Beim Spaziergang durch das bunte Willemstad bemerke ich, dass ich „Seebeine“ habe: Der feste Boden unter meinen Füßen schwankt merkwürdig, als sei ich noch auf hoher See. In der brutalen karibischen Sonne schwitze ich, Hemd und Hose kleben mir am Leib. Am liebsten würde ich mich sofort ausziehen und sehne mich nach meinem Nacktdampfer zurück, wo alles rund um die Uhr geregelt ist.

Zurück an Bord: Nackt-Gym und politische Gespräche

Zurück auf dem Schiff fühlt es sich befreiend an, endlich aus der klebrigen Badehose zu schlüpfen. Im Nackt-Gym lerne ich Perry (73) aus Kentucky kennen, der mit seiner Frau bereits 29 Kreuzfahrten absolviert hat, die letzten sechs davon als FKK-Reisen.

Als Perry hört, dass ich aus Europa komme, wird das Gespräch plötzlich politisch. Ungefragt sagt er: „Ich muss mich für mein Land entschuldigen, Trump ist ein Ar***loch. Viele meiner Bekannten, die für ihn waren, bereuen das jetzt. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer, und Menschen, die jahrzehntelang in unserem Land arbeiteten, werden deportiert.“

Kulturelle Besonderheiten auf Curaçao

Auf Curaçao gibt es viele holländische Einflüsse, die sehr an Deutschland erinnern. Überall sieht man holländische Schilder wie „Bushalte“-Stellen und bunte Häuser in alter holländischer Bauart, die jedoch farbenfroher sind als ihre Pendants in Amsterdam.

Die Insel ist immer noch eng mit den Niederlanden verbunden, was sich nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Bevölkerung zeigt: Alle auf der Insel Geborenen besitzen einen niederländischen Pass.

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