Autorin verteidigt Flugreisen trotz Klimawandel: „Reisen bildet und verbindet“
Fliegen trotz Klimawandel: Autorin erklärt ihre Gründe

Fliegen trotz Klimawandel: Eine persönliche Positionierung

Fliegen und Fleischkonsum – für viele Menschen sind diese Tätigkeiten heute fast schon ein Geständnis, das kritische Blicke und moralische Vorwürfe nach sich zieht. TRAVELBOOK-Autorin Anna Wengel, die auch zu Axel Springer gehört, kennt diese Situation nur zu gut. Sie reist regelmäßig mit dem Flugzeug und möchte trotz der Klimakrise nicht darauf verzichten. Ihre Beweggründe dafür teilt sie in einem persönlichen Statement.

Die Spannung zwischen Flugscham und Fernweh

„Ich fliege. Oft sogar. Und ja, ich habe ein schlechtes Gewissen“, gesteht Wengel offen ein. Sie beschreibt, wie das Thema Flugreisen heute ähnlich emotionalisiert ist wie der Fleischkonsum. Wer von einer Flugreise berichtet, muss mit Diskussionen, Vorwürfen und moralischen Seitenhieben rechnen. Besonders deutlich wird diese Spannung, wenn Vielflieger auf Menschen treffen, die bewusst auf Inlandsreisen mit der Bahn setzen.

Trotz ihrer Begeisterung für das Reisen spürt Wengel stets die leise Stimme im Hinterkopf, die an Klimawandel, CO₂-Emissionen und schmelzende Gletscher erinnert. „Ich nehme das ernst. Sehr sogar“, betont sie nachdrücklich.

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Bewusster Verzicht auf unnötige Flüge

Die Autorin positioniert sich klar gegen gedankenloses Flugverhalten:

  • Binge-Fliegen nur wegen günstiger Tickets lehnt sie komplett ab
  • Wochenendtrips nach Paris, London oder Mailand aus reinem Angebotsanlass bezeichnet sie als „bescheuert“
  • Inlandsflüge betrachtet sie als problematisch, da die Strecken oft kurz und unnötig sind
  • Im Inland nutzt sie konsequent die Bahn, obwohl diese teurer ist als Flugtickets

Warum Fliegen dennoch wichtig bleibt

Dennoch will Wengel das Fliegen nicht pauschal verteufeln. Ihre Argumente:

  1. Welt entdecken: Ohne Flugzeug wäre es praktisch unmöglich, weit entfernte Orte kennenzulernen, besonders mit einem normalen Alltag
  2. Bildungsaspekt: „Reisen bildet“ – nur durch internationale Reisen kann man wirklich verstehen, wie Menschen anderswo leben und was sie bewegt
  3. Verbindung schaffen: Reisen überwindet Ängste vor dem Fremden und ermöglicht Begegnungen mit echten Menschen, ihren Gefühlen, Hoffnungen und Sorgen
  4. Persönliche Entwicklung: In fremden Kulturen muss man sich öffnen, was positive Veränderungen bewirken kann

Maß und Bewusstsein statt radikaler Verbote

Für Wengel geht es nicht um kompletten Verzicht, sondern um einen bewussten Umgang:

„Am Ende geht es für mich um Maß und Bewusstsein“, erklärt sie. Sie verzichtet auf unnötige Billigflüge, nutzt die Bahn wo möglich und fährt Fahrrad statt Auto. Diese Veränderungen im Lebensstil ermöglichen es ihr, auch weiterhin zu fliegen – allerdings nicht hemmungslos oder gedankenlos, sondern in Maßen und nach gesunden Maßstäben.

Die Autorin weist darauf hin, dass es viele andere klimaschädliche Aktivitäten gibt, auf die sie problemlos verzichten kann. Als Beispiel nennt sie Kreuzfahrten, die besonders klimaschädlich sind, aber auch das allabendliche Streamen, das laut Studien für vier Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich sein soll.

Ihr Fazit: Wenn man den eigenen Lebensstil insgesamt hinterfragt und anpasst, bleibt auch Raum für bewusste Flugreisen. Nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als bewusste Entscheidung, die andere Kompensationsmaßnahmen im Alltag ermöglicht.

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