Güstrower Traditionsgaststätte Grenzburg erlebt durch jungen Pächter erfolgreiche Wiederbelebung
In der Barlachstadt Güstrow hat die urige Traditionsgaststätte Grenzburg eine beeindruckende Renaissance erlebt. Der junge Restaurantfachmann Dennis Wohlgemuth hat als neuer Pächter das historische Ausflugslokal zwischen Inselsee und Barlach-Atelier übernommen und mit frischem Konzept zu neuem Leben erweckt. Die Superlage des Hauses zieht inzwischen immer mehr Güstrower und Touristen an, die das revitalisierte Angebot schätzen.
Vielfältiges Kultur- und Gastronomieprogramm begeistert Gäste
Wohlgemuth hat das Konzept der Grenzburg grundlegend verändert und setzt auf eine abwechslungsreiche Mischung aus kulinarischen und kulturellen Angeboten. Konzerte in heimeliger Wohnzimmeratmosphäre mit zarten Songs, Pop, Jazz und Soul im Duett mit speziellen Menüs gehören ebenso zum Programm wie Ukulelen-Punk-Rock, Comedy-Abende und magische Darbietungen. Besonders beliebt sind die Brunchs jeden ersten Sonntag im Monat, die bei vielen Stammgästen bereits fest im Kalender stehen.
„Mit Blues haben wir letztes Jahr im November angefangen“, erzählt Dennis Wohlgemuth. „Bei unserem ersten Wohnzimmerkonzert waren wir noch 15 Gäste. Der Abend hatte viel positive Resonanz, und da haben wir gedacht, das Angebot auszubauen.“ Inzwischen werden die Veranstaltungen so gut besucht, dass manche Gäste sogar ihre Arbeitsschichten tauschen, um dabei sein zu können.
Renovierung und Neueröffnung nach Corona-Pause
Der in Güstrow aufgewachsene Gastronom hatte die Anzeige für einen neuen Pächter gesehen und sich damals noch mit einer Partnerin entschlossen, die Chance zu nutzen. „Ich bin schon so oft an diesem Ort vorbeispaziert, fand ihn sehr schön und prägend“, so Wohlgemuth. Küche und Gaststube wurden durch die jungen Leute teilweise renoviert, und zum Herrentag 2024 fand die Neueröffnung statt – nachdem das Gasthaus wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre leer gestanden hatte.
Für die warme Jahreszeit plant der Gastronom die Öffnung des Biergartens zwischen Ostern und Pfingsten. „Wenn die Menschen in lockerer Atmosphäre und gut gelaunt draußen sitzen, sieht das manchmal aus wie ein Stillleben“, beschreibt er die besondere Atmosphäre.
Regionale Küche und Übernachtungsmöglichkeiten
Bei der Speisekarte setzt Dennis Wohlgemuth konsequent auf regionale und deftige Kost. Angeboten werden unter anderem Ofenkartoffeln und Schweinefilet. Abends und mittags gibt es die große Speisekarte, nachmittags eine kleine Stärkung für zwischendurch – besonders beliebt bei Radfahrern, die die Gegend erkunden.
Zusätzlich renoviert der junge Unternehmer sukzessive Gästezimmer, um bald fünf Doppelzimmer für Kurzurlaube anbieten zu können. „Viel zu tun sei immer, schließlich ist das Anwesen groß“, so Wohlgemuth. Er freut sich besonders über die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn, die einen Ponyhof betreiben und so gemeinsame Angebote für Besucher ermöglichen.
Teamwachstum und zukünftige Pläne
Das Team der Grenzburg wachse wie eine Familie zusammen, berichtet der Chefkoch. Zum 1. April stellt er noch einen Hilfskoch ein, ist aber froh über die Unterstützung von Abiturienten als Aushilfen im Sommer. „Ich bin sehr zufrieden mit ihnen, sie haben Spaß und machen ihren Job gut. Sie sind oft stolz auf das, was sie alles lernen können“, so der Gastronom.
Für die Zukunft hat Dennis Wohlgemuth, der jüngst in den Tourismusverein Güstrow eingetreten ist, weitere Pläne: Er möchte die Grenzburg weiter für Kleinkunst öffnen und denkt auch über Angebote wie Malkurse nach. Am 6. September lockt erstmals ein Handwerkermarkt, der das vielfältige Programm abrunden soll.
Die erfolgreiche Wiederbelebung der Traditionsgaststätte zeigt, wie junge Gastronomen mit innovativen Konzepten historische Orte neu interpretieren und zu lebendigen Treffpunkten machen können.



