Trauriges Ende einer Eistradition: Kinderbauernhof in Holthusen schließt beliebte Eisdiele
Kinderbauernhof schließt beliebte Eisdiele in Holthusen

Trauriges Ende einer Eistradition: Kinderbauernhof in Holthusen schließt beliebte Eisdiele

Ein Stück regionaler Genusskultur verschwindet: Die Eisdiele auf dem Kinderbauernhof in Holthusen hat nach mehr als einem Jahrzehnt ihren Betrieb eingestellt. Die Nachricht trifft viele Familien und Stammgäste schwer, die den Besuch auf dem Bauernhof regelmäßig mit einem besonderen Eisgenuss verbanden.

Wirtschaftliche Gründe zwingen zur Schließung

Der Saisonstart am 1. März blieb in diesem Jahr aus – ein erstes Anzeichen für das bevorstehende Ende. Marcus Fischer, Vorstandsvorsitzender der Agrargemeinschaft Holthusen, bestätigt die dauerhafte Schließung: „Aus Kosten- und Personalgründen haben wir uns dazu entschieden, die Eisdiele nicht wieder zu öffnen.“ Wirtschaftlich lasse sich der Betrieb künftig nicht mehr darstellen, obwohl die Entscheidung dem Team nicht leicht gefallen sei.

Die Eisdiele hatte sich zu einer festen Größe in der Region entwickelt. Familien verbanden Spaziergänge über den Kinderbauernhof mit einem Besuch im Hofcafé, während Kinder mit klebrigen Fingern vor der Theke standen und draußen Schafe blökten. Selbst die örtliche Kita machte regelmäßig Halt, und für viele Kinder gehörte ein Eis nach dem Spielplatzbesuch einfach dazu.

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Kreative Eiskreationen mit regionalen Zutaten

Was die kleine Manufaktur besonders machte, war ihre einzigartige Philosophie. Über 200 Sorten haben die Eis-Macherinnen im Laufe der Jahre kreiert – von klassischen Varianten wie Erdbeere und Schokolade bis hin zu ausgefallenen Experimenten:

  • Milcheis mit kandiertem Pumpernickel
  • Kerbel-Creme-Eis
  • Joghurt-Quitten-Eis mit Mahonie
  • Milchcreme-Eis mit Meerrettich und beschwipsten Rosinen
  • Bratkartoffel-Eis zum Herbst

Die Inspiration für das Meerrettich-Rosinen-Eis kam von der ehemaligen Geschäftsführerin Brigitte Roost-Krüger, die eine Familienrezeptur adaptierte. „Warum soll man nicht einmal ausprobieren, wie das im Eis schmeckt“, erklärte sie damals – und die ungewöhnliche Kombination überraschte positiv.

Produziert wurde mit viel Handarbeit und regionalen Zutaten: Milch von Landwirten der Umgebung, Obst und Kräuter aus dem eigenen Garten. Selbst die Lagerung bei minus 22 Grad Celsius und das langsame Temperieren vor dem Servieren waren Teil des Qualitätsversprechens, das aus einem einfachen Hofcafé eine kulinarische Besonderheit machte.

Ein Verlust für das Dorf und die Region

Nun bleibt die Theke leer, und für viele Familien bedeutet das Aus der Eisdiele einen kleinen Verlust. „Es ist sehr schade, auch besonders für das Dorf“, bedauert Marcus Fischer. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal einen Neustart geben könnte, lässt er offen. „Das steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.“

Die Eisdiele war nicht nur auf dem Kinderbauernhof präsent, sondern verkaufte ihre Produkte auch in kleinen Portionen an der Tankstelle in Lübesse und im Edeka in Pampow. Damit verliert die Region nicht nur einen beliebten Treffpunkt, sondern auch eine kreative kulinarische Institution, deren Experimentierfreude und regionale Verankerung viele Gäste schätzten.

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