Koffer abschließen oder nicht? Was Reisende über Gepäckschutz wissen müssen
Koffer abschließen oder nicht? Tipps zum Gepäckschutz

Gepäckschutz beim Fliegen: Was wirklich sinnvoll ist

Viele Flugreisende stellen sich die Frage: Soll ich meinen Koffer vor dem Flug abschließen? Ein Schloss soll nicht nur vor Diebstahl schützen, sondern auch verhindern, dass sich der Reißverschluss während des Transports unbeabsichtigt öffnet. Doch Reisende sollten bedenken, dass auch Aufgabegepäck regelmäßig geprüft und durchleuchtet wird. Im Zweifelsfall muss das Sicherheitspersonal den Koffer öffnen können – besonders bei Verdacht auf gefährliche Gegenstände.

TSA-Schlösser: Die praktische Lösung für Kontrollen

An großen Flughäfen wie Frankfurt am Main ist das Öffnen von Gepäckstücken eine Dienstleistung des Airports im Auftrag von Fluggesellschaften oder der Bundespolizei. Marc Poeschmann von der Betreibergesellschaft Fraport erklärt: „Grundsätzlich müssen Koffer frei zugänglich sein.“ Am einfachsten geht das Öffnen mit TSA-Schlössern, die mit einer roten Raute gekennzeichnet sind. Diese lassen sich vom Flughafenpersonal mit einem Universalschlüssel gewaltfrei öffnen und wieder verschließen.

Auch andere Schlösser werden an Flughäfen geöffnet – etwa mit speziellen Dietrichen. „Wir haben speziell geschulte Beschäftigte“, betont Poeschmann. Diese sorgen dafür, dass betroffenes Gepäck schnell und behutsam geöffnet und wieder sicher verschlossen wird – immer im Sinne eines sicheren Luftverkehrs.

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Powerbanks und problematische Gegenstände

Ein klassisches Beispiel für notwendige Kontrollen sind Powerbanks. Diese Nachlade-Akkus dürfen nicht im eingecheckten Koffer transportiert werden. „Wir öffnen den Koffer, entfernen sie, legen einen Zettel als Information hinein und schließen den Koffer wieder“, erläutert Poeschmann. Reisende sollten jedoch kaum darauf hoffen, die Kosten für entfernte Powerbanks ersetzt zu bekommen. Airlines schließen die Haftung für den Verlust solcher Gegenstände im Aufgabegepäck in ihren Beförderungsbedingungen in der Regel aus.

Folienumwicklung: Ein Sicherheitsrisiko

Besonders problematisch sind laut dem Fraport-Manager in Klarsichtfolie eingewickelte Koffer. Nicht nur, weil diese für Kontrollen zugänglich sein müssen und die Folie dann mühsam entfernt werden muss. Auch für die Gepäckbeförderungsanlage stellen eingewickelte Koffer ein Problem dar. „Sie werden dadurch runder und lagern dann nicht mehr so sicher in den Gepäckwannen, sondern können sich leicht aufschaukeln“, erklärt Poeschmann.

„Wir haben es dann schlimmstenfalls mit einem 20 Kilo schweren Ball zu tun, der durch die Anlage schleudert. Der kann Infrastruktur und andere Gepäckstücke beschädigen. Für uns ist das keine angenehme Begleiterscheinung.“ Es überrascht daher nicht, dass die Europäische Union beschlossen hat, Dienstleistungen für das Einwickeln mit Kofferfolie an EU-Airports ab 2030 zu verbieten. Einige Flughäfen wie der Hannover Airport haben das sogenannte Bagwrapping bereits untersagt.

Was tun bei beschädigtem Gepäck?

Falls ein Koffer dennoch beschädigt wird, liegt die Entscheidung über eine Erstattung in der Regel im Ermessen der Airline. Passagiere sollten kaputtes Gepäck in jedem Fall melden, indem sie einen Property Irregularity Report (PIR) ausfüllen. Auf Basis dieser Schadenanzeige können sie versuchen, Ansprüche geltend zu machen. Eine schnelle Meldung am Flughafen erhöht dabei die Erfolgschancen.

Fazit: TSA-Schlösser bieten einen praktischen Kompromiss zwischen Sicherheit und Zugänglichkeit für Kontrollen. Folienumwicklungen sollten vermieden werden, da sie nicht nur unpraktisch sind, sondern auch Sicherheitsrisiken bergen. Reisende sollten zudem darauf achten, verbotene Gegenstände wie Powerbanks nicht im Aufgabegepäck zu transportieren, um unnötige Kontrollen und Beschädigungen zu vermeiden.

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