Der zwölfjährige Oskar aus Verchen, der mit seinem Papa und seinem Opa nach Loitz gekommen war, gehörte zu den glücklichen Kindern, die selbst einmal in einem Bagger sitzen und Sand umsetzen durften. Diese Aktion kam bei den jungen Gästen besonders gut an.
„Das ist der Wahnsinn. Wir haben so viel zu tun. Das muss an diesem fantastischen Wetter liegen“, sagte Lutz Simanowski, Mitglied im Verein Oldtimerfreunde Loitz, augenzwinkernd. Wohl wissend, dass es nicht allein am Wetter lag, dass sich bereits am Sonnabendvormittag immer wieder eine lange Schlange am Eingang zum Event bildete.
Tausende Fahrzeuge reisen in die kleine Peenestadt
Trabants, Mopeds, Traktoren, Lkw – alle in die Jahre gekommen und auf Hochglanz poliert, wollten beim Loitzer Oldtimertreffen mit von der Partei sein. Das hatte das Vereins-Team der Oldtimerfreunde Loitz bereits zum 12. Mal organisiert. „Wir sind an zwei Tagen mit vollem Programm dabei. Das Wetter soll super werden. Wir sind ganz optimistisch, wieder etwas Tolles auf die Beine zu stellen“, sagte Vereinsvorsitzender Mario Kehrle vorab in einem Gespräch mit dem Nordkurier.
Allein am ersten Tag rund 6000 Besucher auf dem Platz
Seine Erwartungen wurden sogar übererfüllt. Am Sonntagmittag zog er ein positives Fazit: „Wir hatten gestern circa 6000 Besucher, Kinder und Erwachsene.“ Trotz der großen Freude über diese Resonanz sei man damit jetzt aber auch am Limit des Machbaren, fügte er hinzu. Er sei realistisch. Die Crew, die alles gemeinsam realisiert, besteht aus 20 Leuten. Mehr als dieses Mal könnten sie rein organisatorisch nicht leisten.
Auch wenn die Crew erst einmal eine Verschnaufpause gebrauchen kann, steht bereits jetzt fest: „Im Herbst wird es ein kleines, ein letztes Treffen vor dem Winterschlaf in Loitz geben. Das werden wir für einen Tag anbieten“, kündigte Mario Kehrle an.
Auf das zurückliegende Wochenende schaut er auch mit etwas Stolz: „Die Aktionen wie Tractor-Pulling, das Pflügen, alle Stände mit Flohmarktgegenständen und Ersatzteilen kamen ausgezeichnet an. Die Verpflegung hat super geklappt. Richtig gut angenommen wurde auch der Prüfstand für Zweiräder. Die Truppe von MC-Schenkenberg will auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederkommen.“
Kontakte ausgetauscht
Anziehende Wirkung hatten natürlich auch viele Aussteller: Hunderte Mopeds und Motorräder wurden durch die Ordner an einem Platz versammelt. Dort wurde gefachsimpelt, Kontakte ausgetauscht oder einfach nur ein Plausch gehalten. Zu den guten alten Bekannten auf dem Platz gehörte Familie Schuster aus Loitz. Ingrid und Fred Schuster, beide 75 Jahre jung, hatten ihren Motorroller dabei. Mit dem haben die beiden schon in ihrer Jugend gemeinsam Ausflüge unternommen. Als sie den Aussteller Karl-Heinz Weißflog entdeckten, gab es ein fröhliches „Hallo“. Der Mann aus Lühmannsdorf präsentierte seinen 43 Jahre alten Toyota. „Den habe ich aus der Nähe von Andorra, zwischen Frankreich und Spanien, geholt und wieder flott gemacht“, erzählte der 79-Jährige. In Loitz mit dabei zu sein, „so viele nette Menschen zu treffen und Gespräche zu führen“, erfülle ihn mit Freude.
Viel Liebe zum Detail
Nur einige Autos von ihm entfernt stand der Loitzer Werner Schumann. Er hatte seinen Peugeot-Commercial dabei. „Was für ein Wagen“, geriet so mancher Besucher ins Staunen. Kein Wunder, denn der Pkw, Baujahr 1934, ist top in Ordnung. Mit viel Liebe zum Detail hat der Peenestädter dieses „Schätzchen“ einst unweit von Paris vor dem Verschrotten gerettet. Umso mehr erstaunte das Schild „zu verkaufen“, das er an der Frontscheibe angebracht hatte. „Ist das Ihr Ernst?“, fragte einer der Oldtimer-Besucher überrascht. „Einmal muss Schluss sein“, antwortete Werner Schumann. Die Stimme des Autoliebhabers klang in dem Moment sehr entschlossen. Dennoch schaute er ein wenig traurig: „Meine Frau ist leider krank und auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie kann nicht mehr mitfahren, auch an solchen Treffen nicht teilnehmen. Ich möchte nicht mehr allein unterwegs sein“, erklärte er seinen Entschluss.
Obwohl am Sonnabend Tausende über das Vereinsgelände schlenderten, hat es am zurückliegenden Wochenende mit dem Verkauf seines Oldtimers nicht geklappt. „Ich bleibe dran. Es liegt mir viel am Herzen, dass das Fahrzeug in gute Hände kommt.“
Pokale übergeben
In gute Hände übergab am Sonntag, zum Ausklang des Treffens, Mario Kehrle eine Reihe von Pokalen. Die gingen an Teilnehmer des Tractor-Pulling-Ausscheids. „Auch diese Aktion wird im nächsten Jahr wieder stattfinden“, sagte der Vereinschef. Während der Loitzer Werner Schumann wohl zum letzten Mal mit seinem Oldtimer mit dabei war, „kommen wir aus der Nummer nicht mehr raus – wollen wir auch gar nicht“, ließ ein gut gelaunter Gastgeber im Namen seines Teams wissen.
Ein Ersatzteile- und Flohmarkt lud die Besucher zum Bummeln und Kaufen ein.



