Lufthansa erhöht Zuschläge für Prämientickets: Iran-Krieg treibt Kerosinkosten
Lufthansa erhöht Zuschläge für Prämientickets durch Iran-Krieg

Lufthansa erhöht Zuschläge für Prämientickets: Iran-Krieg treibt Kerosinkosten in die Höhe

Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf die globale Luftfahrtindustrie. Die steigenden Kerosinpreise zwingen Fluggesellschaften zu Anpassungen. Während sich viele Airlines aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks mit allgemeinen Preiserhöhungen zurückhalten, geht die Lufthansa nun einen spezifischen Weg. Der Konzern erhöht die sogenannten Airline-Zuschläge, umgangssprachlich oft als Treibstoffzuschläge bezeichnet, in einem besonderen Segment: bei Prämientickets, die mit Bonusmeilen gebucht werden.

Prämientickets werden deutlich teurer – besonders nach Nordamerika

Für Vielflieger, die ihre gesammelten Meilen im Programm Miles & More für Business- oder First-Class-Flüge einlösen wollen, wird der Traum deutlich kostspieliger. Lufthansa hat die Zuschläge für Prämientickets in fast allen Reiseklassen angehoben, wobei die Nordamerika-Strecken besonders betroffen sind. Die Flughafengebühren bleiben zwar unverändert, doch die Erhöhung der Treibstoffzuschläge führt zu teils erheblichen Zuzahlungen für Kunden.

Viele stellen sich nun die Frage: Lohnt sich das Vielfliegerprogramm überhaupt noch, oder werden Prämientickets zur Mogelpackung? Die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, wie stark die Belastung für Passagiere gestiegen ist.

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Konkrete Beispiele: So stark steigen die Zuschläge

Die Erhöhungen betreffen verschiedene Strecken und Klassen. Hier ein Überblick über die neuen Treibstoffzuschläge für Hin- und Rückflüge, basierend auf Informationen des Portals Meilenoptimieren:

  • Economy-Class: Frankfurt–Kapstadt steigt von 178 auf 198 Euro, Frankfurt–New York von 208 auf 258 Euro, Frankfurt–Mexiko-Stadt von 328 auf 378 Euro. Nur Frankfurt–Shanghai wird mit 387 statt 408 Euro leicht günstiger.
  • Premium Economy: Für Frankfurt–New York und Frankfurt–Mexiko-Stadt werden nun jeweils 582 Euro fällig, statt bisher 482 Euro – eine Erhöhung um 100 Euro pro Strecke.
  • Business-Class: Frankfurt–Kapstadt steigt von 348 auf 398 Euro, Frankfurt–New York und Frankfurt–Mexiko-Stadt sogar von 948 auf 1.148 Euro. Lediglich Frankfurt–Shanghai sinkt leicht von 538 auf 511 Euro.

Lufthansa-Strategie: Angebot und Nachfrage in einer Nische

Erst kürzlich betonte der Lufthansa-Konzern, dass Preise durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden und der Wettbewerb eine dynamische Rolle spielt. Nun wird deutlich, was dies für Prämientickets bedeutet. Diese Buchungen stellen im Vergleich zum regulären Ticketverkauf eine Nische dar. Kunden, die bei Miles & More sammeln, lösen ihre Meilen typischerweise auch dort ein, während nur wenige Enthusiasten alternative Vielfliegerprogramme nutzen.

Die aktuellen Entwicklungen zwingen dazu, das Konzept der Prämienflüge kritisch zu hinterfragen. Wer für einen Business-Class-Flug hin und zurück fast 1.300 Euro an Zuschlägen und Gebühren zahlen muss und zusätzlich rund 50.000 Prämienmeilen pro Richtung einsetzt, nähert sich dem Preis eines normal bezahlten Tickets immer weiter an.

Fazit: Grenze der Akzeptanz für treue Kunden überschritten?

Aus Sicht vieler genervter Fluggäste führt die Höhe der Zuschläge den Sinn eines Meilentickets ad absurdum. Noch im Mai 2024 lagen die Zuzahlungen für einen Business-Class-Roundtrip nach Nordamerika bei etwa 500 Euro – teuer, aber für viele noch vertretbar. Die aktuellen Erhöhungen könnten jedoch eine kritische Grenze überschreiten und treue Kunden verärgern. Die Frage bleibt, ob Lufthansa mit dieser Strategie langfristig das Vertrauen seiner Vielflieger halten kann.

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