Deutsches Traditionshotel seit 1898 meldet Insolvenz an: Sanierungskosten explodieren
Luxushotel seit 1898 meldet Insolvenz: Sanierungskosten explodieren

Deutsches Traditionshotel seit 1898 meldet Insolvenz an

Es ist eine schwere Nachricht für die Kurstadt Bad Pyrmont: Das traditionsreiche Steigenberger Hotel und Spa Bad Pyrmont, ein Luxushotel aus dem Jahr 1898, hat Insolvenz angemeldet. Seit Wochen ruht der Betrieb des Grandhotels komplett – wie lange noch, ist derzeit völlig ungewiss. Das Haus mit mehr als 150 Zimmern, zwei Restaurants und einem über 1500 Quadratmeter großen Spa- und Wellnessbereich musste bereits im Januar 2026 seinen Betrieb vollständig einstellen.

Massive Kostenexplosion bei der Sanierung

Der Grund für die Insolvenz in Eigenverwaltung sind massive Kostenexplosionen bei der umfangreichen Sanierung. Die Betreibergesellschaft hat beim Amtsgericht Hameln ein entsprechendes Insolvenzverfahren beantragt. Ziel ist es, das historische Hotel zu retten, doch die finanziellen Hürden sind enorm hoch.

„Während der vor zwei Jahren gestarteten Renovierung stellte sich heraus, dass die Sanierung des Brand- und Schallschutzes in einem denkmalgeschützten Gebäude deutlich umfangreicher werden müsste, als zunächst angenommen. Daher entwickelten sich die tatsächlichen Kosten deutlich stärker als kalkuliert“, erklärte Karina Schwarz, die vom Gericht zur vorläufigen Sachwalterin eingesetzt wurde.

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Sanierung dauert bereits zwei Jahre

Die Sanierungsarbeiten laufen bereits seit zwei Jahren, und zentrale öffentliche Bereiche befinden sich noch immer im Rohbauzustand. Laut dem Branchenportal „Hotel vor9“ liegen die ungeplanten Zusatzkosten der laufenden Sanierung bei 6,5 Millionen Euro. Das Hotel war während der Renovierungsphase zunächst noch für Gäste geöffnet, musste dann aber komplett schließen.

Eigentümer der Immobilie ist das Land Niedersachsen, das bereits 25 Millionen Euro in die Sanierung investiert hat. Ob weitere öffentliche Mittel fließen werden, ist derzeit noch offen. Genau diese ungeklärte Finanzierungssituation erschwert eine schnelle Wiedereröffnung erheblich. Zuletzt war eine Öffnung für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen, doch ob dieser Termin eingehalten werden kann, steht buchstäblich in den Sternen.

62 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Für die 62 Beschäftigten des Hotels ist die Situation äußerst angespannt. Sie befinden sich aktuell in Kurzarbeit, ihre Gehälter sollen zunächst über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert werden. Geschäftsführer Oliver Massabni bleibt im Amt und arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Land Niedersachsen an einer tragfähigen Lösung.

„Das Hotel soll in diesem Jahr wieder in Betrieb genommen werden. Dazu werden die Mitarbeiter dringend benötigt“, betonte Karina Schwarz gegenüber Medien. Bis dahin bleibt eines der bekanntesten Luxushotels der Region geschlossen, und seine Zukunft bleibt ungewiss. Das traditionsreiche Haus, das seit 1898 Übernachtungsgäste empfängt, steht vor der größten Herausforderung seiner mehr als 125-jährigen Geschichte.

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