Matcha-Tee aus Japan erobert Vorpommern: Nachhaltiger Direktimport aus Fernost
In den Metropolen der Welt ist Matcha-Tee längst ein etabliertes Trendgetränk, das mittlerweile auch abseits der hippen Kaffeeläden in Supermarktregalen und bei großen Fast-Food-Ketten zu finden ist. Experten befürchten sogar ein baldiges Ende des Booms, da die Produzenten vor Ort der enormen Nachfrage kaum gewachsen sind. Doch ein Rostocker Unternehmer und eine Anklamer Gastronomin setzen diesem möglichen Niedergang ihr nachhaltiges Geschäftsmodell entgegen.
Direkter Weg von Japan nach Deutschland
Der Rostocker Sascha Kobitz vermarktet seit 2020 über seinen Onlineshop Sho-Cha hochwertigen japanischen Tee direkt von einzelnen Teebauern in Deutschland und ganz Europa. Sein Startup gehört zu den wenigen Unternehmen, die rein japanischen grünen Tee ohne große Umwege und Zwischenhändler anbieten. Alle Teebauern arbeiten auf ihren Farmen in Japan ohne Pestizide oder chemische Dünger, betont der Tee-Importeur. Sein Grundsatz Ein Tee, ein Bauer wird durch regelmäßige Reisen nach Japan und direkte Verhandlungen mit den Produzenten gewährleistet.
Leidenschaft für Japan als Fundament
Die Begeisterung für Japan begann bei Kobitz bereits in seiner Jugend durch Kampfsport und entwickelte sich später zu einem tiefen Interesse an gesunder Ernährung und grünem Tee. Mit Anfang 30 verband der studierte BWLer seine unternehmerischen Fähigkeiten mit dieser Leidenschaft und baute seine Firma auf. Inzwischen verkauft er zehn verschiedene Sencha-Grüntees und sechs Matcha-Sorten sowie passendes Zubehör wie Schalen und Besen. Neben ihm arbeiten zwei Mitarbeiterinnen in Rostock an Portionierung, Verpackung und Versand.
Tradition trifft auf regionale Gastronomie
Zu den Kunden von Sascha Kobitz gehört die Anklamer Gastronomin Trang Bui, die mit ihrem Café Cupcrush am Steintor Food-Trends aus den Großstädten in die vorpommersche Provinz bringt. Schon vor der Eröffnung ihres Cafés entdeckte die Tee-Liebhaberin den Internetshop Sho-Cha und kaufte dort privat ein. Heute ist dem Matcha-Tee in ihrem Café eine ganze Karte gewidmet, die klassische Heißgetränke mit Milch sowie eisige Kreationen mit Erdbeere, Mango oder Kekscrunch umfasst.
Für Trang Bui kommt nur die traditionelle japanische Zubereitungsweise infrage, wie sie seit Jahrhunderten in der Teezeremonie praktiziert wird. Trotz des etwas höheren Zeitaufwands hat sie stets die notwendigen Utensilien wie Schälchen und Bambusbesen parat. Matcha-Latte ist bei den Vorpommern längst kein Geheimtipp mehr, weshalb sie und ihr Mann Tat Thanh Tran eine spezielle Karte entwickelt haben.
Kulturelle Verbindungen und Verlässlichkeit
Sascha Kobitz schätzt an Japan besonders die Ordnung, Strukturen und die Verlässlichkeit seiner Geschäftspartner. Japaner sind auch sehr Deutsch, sagt er und meint damit neben der Ordnungsliebe auch die ruhige Art, die er von Norddeutschen kennt. Seine Japanisch-Kenntnisse, die er an der Volkshochschule erworben hat, erleichtern die Kommunikation mit den Teebauern. Die Produkte von Sho-Cha sind sowohl online als auch im Café Cupcrush in Anklam erhältlich, wo sie nicht nur serviert, sondern auch für den heimischen Gebrauch verkauft werden.
Für beide Unternehmer ist es eine Herzensangelegenheit, die Menschen in der Region mit qualitativ hochwertigem und nachhaltig produziertem Tee zu versorgen. Während der globale Matcha-Boom möglicherweise an seine Grenzen stößt, setzen sie auf Direktimport, Transparenz und traditionelle Werte – und bringen so ein Stück japanischer Kultur nach Vorpommern.



