Münchner Gastro-Stars beleben verlassenes Hotel am Tegernsee mit Sommer-Projekt
Münchner Gastronomen starten Sommer-Projekt am Tegernsee

Neues Leben für verlassene Hotelterrasse am Tegernsee

In Bad Wiessee am malerischen Tegernsee entsteht ein ungewöhnliches Sommerprojekt, das die Seepromenade neu beleben soll. Die Initiative geht auf Bürgermeister Robert Kühn (SPD) zurück, der mit innovativen Ideen auf Kritik an der bisherigen Entwicklung reagieren möchte.

Bürgermeister sucht schnelle Lösung für Promenaden-Belebung

Robert Kühn stand unter Druck: In der Gemeinde gab es Vorwürfe, der Gemeinderat würde bei der Neugestaltung der Seepromenade "schlafen". Der Bürgermeister sieht die Verzögerungen zwar in langwierigen Genehmigungsverfahren begründet, wollte aber nicht tatenlos warten. Seine kreative Lösung: die temporäre Nutzung der Terrasse des seit Jahren leerstehenden Hotels Seegarten.

"Natürlich ärgere ich mich auch, wenn die Dinge länger dauern, weil sich Genehmigungsverfahren ziehen oder Planungen gegenseitig bedingen", erklärt Kühn. Doch statt auf den offiziellen Umgestaltungsprozess zu warten, entwickelte er die Idee einer Zwischenbelebung.

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Immobilienfirma mit wechselvoller Hotelgeschichte

Das Hotel Seegarten befindet sich seit etwa fünf Jahren im Besitz einer Tochtergesellschaft der Grünwalder Rock Capital Group. Projektbetreuer Andreas Wißmeier bestätigt: "Wir sind mittlerweile im Satzungsprozess für einen Bebauungsplan." Das Unternehmen plant den Abriss des alten Hotels und den Neubau eines moderneren Gebäudes, doch die notwendigen Genehmigungen stehen noch aus.

In der Zwischenzeit wurde das Gebäude bereits für verschiedene Zwecke genutzt: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine fanden dort Geflüchtete vorübergehend Unterkunft. Später beherbergte es Mitarbeiter eines benachbarten Hotels, das ebenfalls zur Rock Capital Group gehört.

Münchner Gastro-Legenden übernehmen die Umsetzung

Für die Umsetzung des Sommerprojekts gewann Kühn prominente Unterstützung aus der Münchner Gastronomieszene. Thomas Hirschberger, Gründer der bekannten Burgerkette "Hans im Glück" und der Tex-Mex-Kette "Sausalitos", entwickelte die Vision von "ein bisschen Südsee in Oberbayern" mit authentischem "Bali-Feeling" an der Bad Wiesseer Promenade.

Die praktische Umsetzung übernehmen die Brüder Patrick und Philip Düwel, die mit Hirschberger bereits die Systemgastronomie "Superschmarrn" gegründet haben. Patrick Düwel beschreibt das Projekt als "mehr oder weniger eine Über-Nacht-Aktion", die dennoch professionell umgesetzt werden soll.

Sportangebot und Strandatmosphäre geplant

Die Pläne für die temporäre Sommerlocation sind ambitioniert: Eine Sandbar mit Liegestühlen soll Strandatmosphäre schaffen, ergänzt durch Sportangebote wie einen Volleyballplatz und möglicherweise Tennis. "Es soll eine Sandbar geben, Liegestühle und ein Sportangebot", verrät Patrick Düwel, der trotz paralleler Eröffnung einer neuen "Superschmarrn"-Filiale in Stuttgart Zeit für das Tegernsee-Projekt findet.

Der Starttermin ist ambitioniert: Noch im März soll "Bayern-Bali" eröffnen, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. "Aber dafür müsste erst einmal die Sonne rauskommen", meint Düwel pragmatisch.

Win-win-Situation für alle Beteiligten

Das Projekt bietet Vorteile für alle Seiten: Die Gemeinde Bad Wiessee erhält eine attraktive neue Attraktion an der Promenade, die Immobilienfirma kann ihre leerstehende Fläche sinnvoll nutzen, und die Gastronomen testen ein innovatives Konzept in bester Lage.

Bürgermeister Kühn hofft, mit dieser Zwischenlösung nicht nur die Promenade zu beleben, sondern auch den kritischen Stimmen in der Gemeinde zu begegnen. Die warmen Sommertage werden kommen und mit ihnen sicherlich viele Besucher, die das ungewöhnliche Südsee-Feeling am Tegernsee erleben möchten.

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