Tag 6 auf der FKK-Kreuzfahrt: Bonaire mit striktem Kleidungsgebot
Am sechsten Tag der außergewöhnlichen Nacktkreuzfahrt hat das Schiff im karibischen Bonaire angelegt. Kreuzfahrt-Direktor Robbie verkündete früh morgens per Lautsprecherdurchsage ein striktes Kleidungsgebot für alle Passagiere – sowohl an Bord als auch auf den Balkonen und an den Stränden der Insel. Vermutlich gab es nach dem letzten Landgang Beschwerden, die zu dieser Maßnahme führten.
Bonaire: Karibisches Paradies mit europäischer Zugehörigkeit
Die Insel Bonaire beeindruckt mit ihrer natürlichen Schönheit. Als ehemalige Kolonie gehört sie heute als „besondere Gemeinde“ gemeinsam mit Sint Eustatius und Saba zu den europäischen Niederlanden. Trotz dieser politischen Zugehörigkeit wird auf der Insel nicht mit Euro bezahlt – seit 2011 ist der US-Dollar die offizielle Währung.
Mit einem Golfkart erkundet der Reporter die Insel: Links erstreckt sich ein pinkfarbenes Salzmeer mit eleganten Flamingos, rechts glitzert das türkisfarbene karibische Meer. Der Sand besteht vollständig aus Korallenstaub und erinnert an feinen Zucker, während im klaren Wasser blaue Fische schwimmen.
Vorsichtiges FKK-Baden trotz Verbot
Obwohl FKK-Baden auf Bonaire streng verboten ist, wagt der Reporter vorsichtige Ausflüge in die Natur. Ein kurzes Bad im salzigen Meeresschaum und ein erfrischendes Eintauchen in einen Mangroven-Tümpel gehören zu den heimlichen Höhepunkten des Tages – stets mit wachsamen Blicken nach etwaiger Polizeipräsenz.
„FKK-Baden ist deutlich angenehmer als mit Badehose“, stellt der Reporter fest, muss aber die besonderen Umstände auf dieser Insel berücksichtigen.
Dunkle Kapitel der Kolonialgeschichte
Neben der landschaftlichen Pracht verbirgt Bonaire eine düstere historische Vergangenheit. Im Süden der Insel stehen noch winzige Hütten, in denen afrikanische Sklaven nach ihrer schweren Arbeit in den Salzfeldern schlafen mussten. Nach getaner Wochenarbeit marschierten diese Menschen neun Stunden lang in den Norden der Insel, wo ihre Familien lebten – ein bewegendes Zeugnis kolonialer Ausbeutung.
Halbzeitbilanz der Nacktkreuzfahrt
Zur Halbzeit der Reise zieht der Reporter eine positive Bilanz: „Es macht mir viel mehr Spaß, als ich ursprünglich gedacht hatte“. Die Nudisten an Bord erweisen sich als ausgesprochen freundlich, der Service ist exquisit. Das Leben in einem schwimmenden Hotel hat zwar etwas Absurdes, doch mittlerweile versteht der Reporter besser, warum manche Menschen auf Kreuzfahrten schwören.
Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: „Diese Freunde würden sich wahrscheinlich niemals den ganzen Tag lang ausziehen“. Interessanterweise stört den Reporter mittlerweile sogar die klebrige Badehose. Vielleicht handelt es sich einfach um Anpassung – wenn alle nackt sind, fühlt sich Kleidung falsch an; wenn alle angezogen sind, würde Nacktheit exhibitionistisch wirken.
Kuriose Begegnung und persönliche Verbindung
Beim abendlichen Karaoke lernt der Reporter Dave kennen, einen etwa 60-jährigen Arzt aus San Francisco, der jeden Abend mit seiner philippinischen Frau singt. Als der Reporter erwähnt, dass er die Heimat von Daves Frau besucht hat, erzählt dieser von einer exzentrischen Inselherrscherin auf einem Nudisten-Eiland.
Was für ein Zufall! Es handelt sich genau um jene Insel bei El Nido auf den Philippinen, die den Reporter überhaupt auf diese FKK-Kreuzfahrt gebracht hat. 2018 besuchte er Leann „Friday“ Cruz auf ihrer Nacktinsel Malapacao und schrieb darüber – weshalb die Redaktion bei der Suche nach einem Reporter für die Nacktkreuzfahrt an ihn dachte.
Ausblick auf die verbleibende Reise
Morgen steht der letzte Stopp auf Aruba an, einer der sogenannten ABC-Inseln vor der Küste Venezuelas. Danach folgen zwei komplett „nackige Tage auf See“, wie es im offiziellen Reiseplan heißt. Die ungewöhnliche Kreuzfahrt nähert sich ihrem Ende, doch die Eindrücke und Erlebnisse werden sicherlich noch lange nachwirken.



