Tourismus zu Ostern: Optimistische Stimmung in Mecklenburg
Kurz vor den Feiertagen blicken Touristiker in der Region Güstrow und der Mecklenburgischen Schweiz zuversichtlich auf Ostern. Hotels und Gästehäuser melden eine gute bis sehr gute Auslastung, obwohl der Trend zu extrem kurzfristigen Buchungen die Planungen nach wie vor erschwert.
Hohe Belegungszahlen in Güstrower Hotels
Das Hotel am Schlosspark in Güstrow ist zu 85 Prozent ausgelastet. „Ein guter Start in die Saison“, freut sich Geschäftsführer Olav Paarmann. Er vermutet, dass sich Menschen aufgrund der angespannten Weltlage und hoher Spritpreise wieder stärker für Inlandsurlaube entscheiden. Gleichzeitig betont er die Schwierigkeit, verlässliche Prognosen zu treffen, da spontane Buchungen deutlich zugenommen haben.
Erich-Alexander Hinz vom Kurhaus am Inselsee und Strandhaus in Güstrow bestätigt diese Entwicklung. Beide Häuser seien für Ostern sehr gut gebucht, wobei er sogar vom bestgebuchten ersten Quartal seit 30 Jahren unter seiner Leitung spricht. „Die Menschen sind stark verunsichert und unentschieden. Zusehends buchen sie sehr kurzfristig“, erklärt Hinz. Trotz dieser Unwägbarkeiten zeigt er sich für den Sommer 2026 sehr zuversichtlich.
Differenziertes Bild bei Privatvermietern
Während Hotels optimistisch sind, zeigt sich die Lage bei Privatvermietern zurückhaltender. Sabrina Hoppe von der Güstrower Tourismus-Information berichtet von einer bislang verhaltenen Bettenbelegung zu Ostern. Erfahrungsgemäß könne sich dies jedoch rasch ändern, da die Barlachstadt vor allem von Tagesgästen und Kurzentschlossenen besucht werde.
In Teterow gilt weniger Ostern als vielmehr der Mai als eigentlicher Saisonstart, wie Bürgermeister Andreas Lange konstatiert. „Teterow und Umgebung ist nicht die klassische Destination für einen Osterurlaub“, sagt er. Dennoch sei die Anzahl der Buchungen von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Gutshäuser locken urbanes Publikum
In der Mecklenburgischen Schweiz mit ihren zahlreichen Guts- und Herrenhäusern zeigt sich ein differenziertes Bild. Kamila Sösemann vom Gutshaus Pohnstorf berichtet, dass Ostern gut gebucht sei. Für die Anmietung des gesamten Hauses in der Saison müssten teils schon Absagen erteilt werden. „Zu uns kommen oft Firmen und Gäste, die schon öfter da waren“, erklärt sie. Insgesamt gebe es aber noch „Luft nach oben“.
Knut Splett-Henning, Gastgeber im barocken Gutshaus Rensow, zeigt sich „nicht unzufrieden“ mit der Auslastung zu Ostern. Das Haus findet nach wie vor ein urbanes, kreatives Publikum. Auch er spricht von einem stark veränderten, wesentlich kurzfristigerem und kürzerem Buchungsverhalten – insbesondere seit Corona.
Wandel bei Gästegruppen und touristischer Vermarktung
Splett-Henning beobachtet zudem einen deutlichen Wandel bei den Gästegruppen. Die Altersgruppe von Ende zwanzig bis Mitte dreißig sei stark eingebrochen – von etwa 25 Prozent auf nur noch zehn Prozent. Stattdessen kämen mehr Besucher ab 50 oder 60 Jahren. Auch Familien seien seltener geworden, häufiger reisten Freundesgruppen für einige Tage an. Als Gründe vermutet er finanzielle Aspekte und die eingeschränkte Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Wir holen jetzt häufiger die Gäste vom Bahnhof ab“, so Splett-Henning.
Grundsätzlich stellt er fest, dass individuelle und besondere Angebote im Hinterland – vor allem für Berliner – stärker gefragt seien. Umso mehr kritisiert er, dass das Binnenland in der touristischen Außenwerbung des Landes weiterhin eine untergeordnete Rolle spiele. „Das Hinterland wird spannender, aber es wird nicht entsprechend beworben“, moniert der Gastgeber.
Insgesamt zeigt sich: Der Ostertourismus in Mecklenburg-Vorpommern startet mit positiven Signalen, bleibt aber geprägt von Spontanität und veränderten Gästestrukturen.



