Während in Warnemünde eine Ära endete, locken andere Standorte mit Sauna-Gondeln und Frühstück in 50 Metern Höhe. Auch in diesem Jahr werden wieder eindrucksvolle Riesenräder einen phantastischen Ausblick über die Ostseewellen bieten. Frühstück über den Wellen, Saunieren in der Gondel oder der direkte Blick auf die Kreuzfahrtriesen: An der Ostsee gehören Riesenräder längst an vielen Orten zum Bild der Küste. Manche setzen auf weite Ausblicke, andere auf besondere Erlebnisse in der Gondel.
Modernste Technik trifft auf maritime Weite
In Kühlungsborn dominiert das „La Baltica“ den Baltic Platz. Mit seinen 45 Metern Höhe und den vollverglasten, klimatisierten Gondeln trotzt es jeder Witterung. Das Rad hat sich als Gourmet-Hotspot etabliert: Gäste buchen hier Monate im Voraus für das „Frühstück im Himmel“, bei dem regionale Köstlichkeiten serviert werden, während die Ostsee unter den Füßen glitzert.
In Grömitz ragt das „La Noria“ stolze 50 Meter in die Höhe. Das Rad im Dünenpark am Nordstrand setzt auf ein volldigitalisiertes Erlebnis und gilt als technologisches Flaggschiff der Lübecker Bucht. Die 36 Gondeln verfügen über integrierte Tablets, die Informationen zu vorbeifahrenden Schiffen in Echtzeit liefern, was besonders Familien und Technikfans anzieht.
Auf Usedom bleibt Heringsdorf ein wichtiger Anlaufpunkt für alle, die das Kaiserbäder-Flair von oben erleben wollen. Das dortige „Circle of Life“ punktet mit zwei speziellen, extrabreiten Barrierefrei-Kabinen für Rollstühle. Die Fahrt bietet einen weiten Blick über die historische Seebrücke bis hinüber nach Polen.
In Warnemünde hat das neue „Wheel of Excellence“ seinen festen Platz auf der Mittelmole bezogen. Mit 35 Metern ist es etwas kompakter als seine Vorgänger, bietet aber durch die Lage direkt am Strom den idealen Logenplatz für die einlaufenden Kreuzfahrtriesen, die man hier fast auf Augenhöhe begrüßen kann. Es füllt damit die Lücke, die nach dem Abzug der Schaustellerfamilie Geisler Anfang 2026 entstanden war.
Polens Küste setzt auf gigantische Rekorde
In Kolberg dreht sich das „Kolberg Eye“, das mit fast 60 Metern Höhe zu den massivsten Konstruktionen der gesamten Region gehört. Strategisch günstig an der Marina platziert, ermöglicht es bei klarer Sicht ein Panorama, das weit in das Hinterland von Westpommern und über die Seebrücke hinausreicht.
In Danzig bleibt das „AmberSky“ auf der Bleihofinsel ein Klassiker. Die Konstruktion ist so nah an der Mottlau platziert, dass man beim Einsteigen das Gefühl hat, über dem Wasser zu schweben. Die Gondeln sind mit einer neuen AR-Technologie ausgestattet: Schaut man durch die Fenster, werden auf den Scheiben historische Gebäude eingeblendet, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.
Grenzenlose Aussicht über die Ostsee
In Stettin hat das „Wheel of Szczecin“ auf der Lastadie seinen Betrieb für die Saison aufgenommen. Obwohl es etwas abseits der offenen See liegt, bietet es aus fast 60 Metern Höhe eine industrielle Kulisse zwischen Hafenkränen und der sanierten Uferpromenade. Es ist das markanteste Wahrzeichen des dortigen maritimen Viertels.
In Tallinn steht das „Skywheel of Tallinn“ als architektonische Besonderheit auf dem Dach des T1 Centers. Durch diese erhöhte Position auf einem Hügel erreicht das Rad einen Scheitelpunkt von 120 Metern über dem Meeresspiegel. Die Fahrt bietet einen Kontrast zwischen der mittelalterlichen Altstadt und dem hochmodernen Hafenviertel.
Innovative Erlebnisse in den skandinavischen Metropolen
In Helsinki bietet das „SkyWheel Helsinki“ eine weltweit einzigartige Kombination. Eine der Gondeln ist als echte finnische Sauna mit Holzverkleidung ausgebaut. Während man über dem Südhafen schwitzt, legen direkt darunter die großen Skandinavien-Fähren an – eine Abkühlung gibt es danach im angrenzenden Meerwasserschwimmbad.
In Kopenhagen setzt der Tivoli mit dem „Ballongyngen“ konsequent auf Nostalgie statt auf reine Höhe. Die offenen Gondeln im Stil von bunten Heißluftballons wirken wie aus einer anderen Zeit. Sie bieten eine entschleunigte, romantische Perspektive auf die historischen Gärten und die Türme der dänischen Hauptstadt.
In Stockholm rundet das „SkyView“ an der Avicii Arena (dem Ericsson Globe) das Angebot ab. Auch wenn es kein klassisches Riesenrad ist, fahren die gläsernen Gondeln an der Außenseite der weltweit größten sphärischen Konstruktion empor. Aus 130 Metern Höhe bietet sich der wohl umfassendste Blick über das gesamte Stockholmer Schärenmeer.
Wer die Ostsee von oben erleben möchte, findet also auch in diesem Jahr längst nicht nur einzelne Saisonattraktionen, sondern ein breites Angebot zwischen Promenade, Hafen und Stadtpanorama.



