Schlösserland Sachsen verzeichnet zwei Millionen Besucher
Die historischen Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen bleiben ein bedeutender Anziehungspunkt für Besucher. Im vergangenen Jahr strömten etwa zwei Millionen zahlende Gäste in die kostenpflichtigen Anlagen des Staatsbetriebs Schlösserland Sachsen. Diese Zahl entspricht in etwa dem Vorjahresniveau und unterstreicht die anhaltende Beliebtheit der geschichtsträchtigen Orte bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen.
Besucherzahlen und Umsatzentwicklung
Schloss Pillnitz mit seinem weitläufigen Park war das meistbesuchte Ziel mit rund 313.000 zahlenden Gästen, obwohl dies einen Rückgang von fast 94.000 Besuchern im Vergleich zu 2024 bedeutet. Als Gründe für den Rückgang wurden nicht nur ungünstige Wetterbedingungen genannt, sondern auch der eingeschränkte Betrieb der Elbe-Dampfschifffahrt und die Schließung des Kunstgewerbemuseums. Schloss Moritzburg hingegen konnte seine Besucherzahlen auf 306.000 steigern, nach 278.000 im Vorjahr. Die Dresdner Parkeisenbahn im Großen Garten beförderte 224.000 Fahrgäste.
Der Staatsbetrieb Schlösserland Sachsen verzeichnete einen Umsatzanstieg um zwei Prozent auf mehr als 13,5 Millionen Euro. Über die Hälfte dieser Einnahmen stammt aus Ticketverkäufen für die Museen. Der Zuschuss des Freistaats Sachsen belief sich 2025 auf 16,8 Millionen Euro, eine Steigerung gegenüber den 16,0 Millionen Euro im Jahr 2024.
Sparmaßnahmen und erfolgreiche Projekte
Christian Striefler, Chef von Schlösserland Sachsen, äußerte sich zu den finanziellen Herausforderungen: „Anfang des Jahres haben wir uns eine ganze Reihe an Sorgen gemacht, auch wie so oft wegen des Geldes. Wird es reichen? Wie können wir vorausschauend planen?“ Um Kosten zu senken, wurden an fast allen Standorten zusätzliche Schließtage eingeführt. Schloss Nossen wurde geschlossen, Betriebszeiten der Wasserspiele reduziert, auf Sonderausstellungen verzichtet und manche Veranstaltungen gestrichen.
Trotz dieser Einschränkungen entwickelte sich das Jahr 2025 als sehr erfolgreich. Erfolgreiche Ausstellungen wie die Aschenbrödel-Schau in Moritzburg trugen maßgeblich dazu bei. Zudem konnten Energiekosten durch Maßnahmen wie die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage im Klosterpark Altzella und den Einsatz eines maßgeschneiderten „Energieschirms“ im Palmenhaus von Schloss Pillnitz gesenkt werden. Letzterer soll Einsparungen von bis zu 30 Prozent ermöglichen.
Klimawandel und bauliche Erhaltung
Die Folgen des Klimawandels stellen eine weitere Herausforderung dar. Für die Kontrolle und Pflege von Bäumen sowie Nachpflanzungen in den Schlossparks wurden im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Euro aufgewendet. „Die Folgen des Klimawandels machten besonders viele Sperrungen im Großen Garten nötig. Seit März 2025 waren viele Bereiche des Parks aus Verkehrssicherheitsgründen abgesperrt“, teilte der Betrieb mit. Insgesamt mussten in allen Parks 475 Bäume beseitigt werden. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, betreibt Schlösserland inzwischen eine eigene Baumschule.
Trotz finanzieller Engpässe wurden 2025 zahlreiche Vorhaben zum baulichen Erhalt der Schlösser, Burgen und Gärten umgesetzt. Große Projekte fanden ihren Abschluss, darunter die neue Dauerausstellung „Kuhstall und Silberteller“ im Barockschloss Rammenau und die nach viereinhalb Jahren abgeschlossene Sanierung des Zwingerhofs in Dresden. Für 2026 sind weitere Maßnahmen geplant, wie die Fortsetzung der Sanierung der Ledertapeten in Schloss Moritzburg und die Restaurierung der Wandbilder auf der Albrechtsburg in Meißen.
Ausblick und zukünftige Projekte
Die Planungen für die Sächsische Landesausstellung 2029 haben bereits begonnen, und auf Burg Gnandstein laufen Baumaßnahmen im Westflügel und Bettenhaus in vollem Gange. Diese Initiativen zeigen das Engagement, das kulturelle Erbe Sachsens auch unter schwierigen Bedingungen zu bewahren und für Besucher attraktiv zu halten. Die neue Saison steht bevor und verspricht weitere Einblicke in die reiche Geschichte und Architektur des Schlösserlandes Sachsen.



