Restaurant 'Seeblick' in Kummerow kämpft nach Insolvenz um Fortbestand und sucht Investor
Seeblick Kummerow: Insolvenzverfahren läuft, Zukunft ungewiss

Restaurant 'Seeblick' in Kummerow kämpft nach Insolvenz um Fortbestand

Die Zukunft des beliebten Restaurants "Seeblick" in Kummerow steht auf der Kippe. Nach der Wiedereröffnung vor drei Jahren hat die betreibende GmbH nun Insolvenz angemeldet. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten läuft der Restaurantbetrieb weiter – mit angepassten Öffnungszeiten und reduziertem Personal.

Insolvenzverfahren läuft, Geschäftsbetrieb geht weiter

Die "Seeblick Kummerow GmbH" hat beim Amtsgericht Neubrandenburg Insolvenz angemeldet. Zum Unternehmen gehören neben dem Restaurant mit seiner einmaligen Aussicht über den Kummerower See auch Ferienwohnungen und ein Freizeitzentrum in Neukalen. Interessanterweise sind das früher zum Geschäftsmodell zählende Peenecamp in Neukalen und das Peene-Café in Malchin nicht mehr Teil der GmbH und somit von der Insolvenz nicht betroffen.

Richard Holst, Assistent der Geschäftsführung, betont: "Wenn es keine Hoffnung mehr gäbe, hätten wir nach den Betriebsferien gar nicht mehr geöffnet. Wir wollen uns wieder auf gesunde Beine stellen." Der 28-Jährige führt die Probleme vor allem auf hohe Personalkosten zurück. Die Belegschaft wurde von 35 auf 15 Mitarbeiter reduziert.

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Angepasster Betrieb und finanzielle Herausforderungen

Der Restaurantbetrieb wurde bereits angepasst:

  • Mittagstisch nur noch donnerstags und freitags
  • Mittwochs ist Ruhetag
  • Veranstaltungen wie Tanztee am 18. Februar und Valentinstagsfeiern laufen weiter
  • Buchungen für Osterbrunch werden bereits angenommen

Henry Schultz, Sachbearbeiter beim bestellten Insolvenzverwalter Dr. Lutz Köster aus Potsdam, erklärt: "Wir befinden uns in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Zunächst versuchen wir, eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung zu erhalten, da noch Löhne von Januar offen sind." Die Agentur für Arbeit hat diese Vorfinanzierung jedoch noch nicht genehmigt.

Investorensuche bis April entscheidend

Bis zum 1. April muss ein Investor gefunden werden, um den Betrieb zu retten. Schultz betont: "Wir versuchen, den Geschäftsbetrieb weiterlaufen zu lassen. Das ist unser Ziel. Jetzt ist es wichtig, dass Geld wieder in die Kassen kommt, um die Insolvenz zu finanzieren."

Die ausgebuchte Valentinstagsveranstaltung bringt erste Einnahmen, doch der Ausgang des Verfahrens bleibt ungewiss. "Wir sind erst am Anfang", so Schultz.

Touristische Bedeutung der Region

Eine mögliche Schließung des "Seeblick" wäre ein weiterer Rückschlag für den Tourismus in der Mecklenburgischen Schweiz. Nach der Schließung der fotografischen Ausstellung im Schloss Kummerow wäre dies ein weiterer Verlust. Die Wiedereröffnung 2023 hatte große Hoffnungen geweckt, dass diesmal ein Betreiber länger durchhalten würde.

Bereits mehrere Gastronomen waren an diesem Standort mit bester Lage gescheitert, zuletzt ein Café mit Konditorei. Vom "Seeblick" aus können Gäste über den gesamten Kummerower See blicken – eine Attraktion, die nun gefährdet ist.

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