Tourismus in der Seenplatte: Gäste bleiben länger trotz durchwachsenem Sommer
Die Tourismusregion Seenplatte und Mecklenburgische Schweiz hat im Jahr 2025 eine nahezu unveränderte Anzahl von Urlaubern verzeichnet. Die positive Entwicklung zeigt sich jedoch in der deutlich längeren Verweildauer der Gäste im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus den aktuellen vorläufigen Zahlen des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurden.
Übernachtungszahlen steigen um 1,9 Prozent
Von Januar bis November 2025 konnte die Region ein bemerkenswertes Plus von 1,9 Prozent bei den Übernachtungszahlen verbuchen. Damit liegt die Seenplatte nach der Ostseeküste mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent auf dem zweiten Platz im Bundesland. Insgesamt sorgten etwas mehr als 1,2 Millionen Touristen für rund 4,35 Millionen Gästeübernachtungen in den Beherbergungsbetrieben, wobei auch Campingplätze in die Statistik einbezogen wurden.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug dabei 3,6 Tage. Der weitaus überwiegende Teil der Urlauber stammte aus dem Inland, während der Anteil ausländischer Gäste mit nur drei Prozent minimal ausfiel.
Statistik liefert Orientierung, aber kein vollständiges Bild
Robert Neidel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte, betont, dass die amtlichen Zahlen eine wichtige Orientierung bieten, jedoch kein vollständiges Bild der touristischen Lage zeichnen. Grund dafür ist, dass nur Betriebe mit mindestens zehn Schlafplätzen erfasst werden.
„Dennoch wurde das Zwischenergebnis vom Verband selbstverständlich positiv zur Kenntnis genommen“, so Neidel. Besonders bemerkenswert sei, dass der Zuwachs von 1,9 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von einem Prozent liege. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Campingsegment, das in der Seenplatte ein leichtes Plus von 0,4 Prozent verzeichnete, während Mecklenburg-Vorpommern insgesamt einen Rückgang von 3,1 Prozent hinnehmen musste.
Wetterlage war durchwachsen, Stimmung verhalten
„Dieses Ergebnis sticht positiv hervor und ist vor dem Hintergrund der hohen Wetterabhängigkeit sowie der häufig sehr kurzfristigen Buchungsentscheidungen bemerkenswert – zumal die Wetterlage in der vergangenen Saison insgesamt eher durchwachsen war“, schätzt Neidel ein. Gleichzeitig sei die Stimmung in Gesprächen mit Betrieben und Orten eher verhalten.
Viele Branchenvertreter nehmen die Saison in Teilen schwächer wahr, als es die amtliche Statistik vermuten lässt. Erhebungen wie das Sparkassen-Tourismusbarometer zeigen zudem, dass die Wachstumspotenziale nach wie vor in der Nebensaison liegen und die Nachfrage zunehmend von Preis-Leistungs-Erwägungen sowie kurzfristigen Entscheidungen geprägt ist.
Große Zuwächse im Heilbad Waren
Beim detaillierten Blick auf einzelne Städte der Region zeigt sich, dass Waren (Müritz) als klarer Gewinner der vergangenen Saison hervorgeht. Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes wurden im Heilbad mehr als 203.000 Gästeankünfte verzeichnet, was einem Plus von 2,9 Prozent entspricht. Die Übernachtungszahlen stiegen sogar um satte 13,2 Prozent auf rund 850.000, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 4,2 Tagen.
Weitere Entwicklungen in der Region:
- Röbel verzeichnete etwas mehr als 27.000 Gäste (+1,2 Prozent) und fast 100.000 Übernachtungen (+11,1 Prozent)
- Rechlin musste leichte Rückgänge hinnehmen: knapp über 45.000 Ankünfte (-1,2 Prozent) und 181.000 Übernachtungen (-2,5 Prozent)
- Malchow verbuchte etwas mehr als 30.000 Gäste (-3,8 Prozent) und 156.000 Übernachtungen (-0,4 Prozent)
- Neustrelitz hatte mit mehr als 31.000 Gästen (-0,4 Prozent) ähnlich viele Ankünfte, doch die Übernachtungszahlen gingen auf knapp unter 59.000 (-7,2 Prozent) zurück bei nur 1,9 Tagen Aufenthaltsdauer
- Mirow verzeichnete mehr als 105.000 Gästeankünfte (-0,3 Prozent) und rund 341.000 Übernachtungen (-2,3 Prozent)
- Wesenberg kommt auf etwas mehr als 38.000 Ankünfte (+4 Prozent) und 130.000 Übernachtungen (-4,5 Prozent)
- In der Feldberger Seenlandschaft sorgten knapp über 28.000 Gäste für rund 100.000 Übernachtungen, wobei die Statistik keine Tendenz zum Vorjahreszeitraum ausweist
Insgesamt zeigt die touristische Entwicklung in der Mecklenburgischen Seenplatte ein gemischtes Bild mit regionalen Unterschieden, wobei die längere Verweildauer der Gäste einen positiven Trend darstellt.



