Die sommerlichen Temperaturen nahen, und es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Körper und Geist etwas Gutes zu tun, als eine Radfahrt an der frischen (See-)Luft. Sachsen-Anhalt und die angrenzende Region bieten hierfür eine Vielzahl malerischer Flecken. Die Redaktion stellt acht besondere Touren vor, die besonders viel Freude bereiten.
1. Arendsee: Die Perle der Altmark (10 km)
Graureiher, Seeadler oder Eisvogel: Auf der Tour rund um den größten See Sachsen-Anhalts, den Arendsee, gibt es zahlreiche seltene Vogelarten zu beobachten. Die Strecke verläuft gemütlich entlang der Seepromenade auf einem gut befestigten Radweg. Abseits des Sees führt die Route durch malerische Waldstücke und Felder, bevor es wieder ans Ufer zurückgeht. Zwischendurch laden Aussichtspunkte zum Verweilen ein – besonders reizvoll im Herbst, wenn Zugvögel Rast machen. Der Arendsee ist am besten mit dem Auto erreichbar; in der Stadt gibt es zahlreiche Parkplätze. Bahnreisende können bis ins 20 Kilometer entfernte Seehausen fahren.
2. Cospudener See: Spaß vor den Stadttoren Leipzigs (11 km)
Wer um den Cospudener See radelt, genießt eine herrliche Mischung aus Natur und Erholung – quasi im Vorgarten von Leipzig, also in Sachsen. Der Rundweg startet am Pier 1 in Markkleeberg, führt entlang eines gut ausgebauten, flachen Radwegs und bietet wunderbare Ausblicke auf das klare Wasser. Eine Rast lohnt sich in der Fahrradkirche Zöbigker, die unter dem Motto „Wen dürstet, der komme“ ein ruhiges Plätzchen bietet. Parkplätze gibt es direkt am Pier 1; Bahnreisende erreichen den See über Markkleeberg oder Knautkleeberg.
3. Bergwitzsee: Aus Tagebau entsteht ein Idyll (8 km)
Der Bergwitzsee, aus einem ehemaligen Tagebau entstanden, ist heute ein Erholungsparadies mit Sandstrand, klarem Wasser und vielen Freizeitmöglichkeiten. Die Radtour über den gut ausgebauten Rundweg startet am Strandweg in Bergwitz. Vorbei an Campingplatz und Wassersportzentrum gibt es viel zu entdecken, bevor die Route wieder zum See führt. Bei warmem Wetter lockt der Strand zu einem Sprung ins kühle Nass. Parkmöglichkeiten gibt es am Badestrand; der Ortsteil Bergwitz ist per S-Bahn erreichbar.
4. Gremminer und Gröbener See (20 km) – die Geschwister
Diese beiden Seen, einst Braunkohleabbaugebiete, sind heute beliebte Erholungsorte mit maritimem Flair. Die Tour startet an der „Eisenstadt“ Ferropolis am Gremminer See und führt entlang gut ausgebauter Radwege zum Gröberner See. Für Familien bietet sich ein Zwischenstopp am Abenteuerspielplatz oder der Minigolfanlage an. Cafés in Gräfenhainichen laden zur Rast ein. Parkplätze gibt es bei Ferropolis; Gräfenhainichen ist mit dem Zug erreichbar.
5. Stausee Kelbra: Seltene Tiere entdecken (16 km)
Wachtelkönig, Schwarzstorch oder Fischadler: Am Stausee Kelbra an der Grenze zu Thüringen gibt es seltene Tiere zu entdecken. Die Tour startet querfeldein; bis Auleben ist der Weg unbefestigt – nichts für dünne Rennräder. Abseits vom See geht es vorbei an einer Fischzucht zurück zum Gewässer. Ein Drehkreuz führt zum asphaltierten Staudamm mit perfektem Blick auf das Naturgebiet. Achtung: Der Damm ist vom 1. November bis 31. März geschlossen. Parken am Seecamping Kelbra.
6. Süßer See: Ein Gläschen Wein am Schloss (14 km)
Wiesen, Weinberge, Wasser – die Tour um den Süßen See im Mansfelder Land bietet alles für die Seele. Start am Schloss Seeburg, dann bergauf zum fast überall asphaltierten Radweg durch Seeburg, Wormsleben, Lüttchendorf und Aseleben. Einkehrmöglichkeiten gibt es viele, etwa die Schiffsgaststätte Seeperle oder der Gasthof Zahn. Wer es besonders gut haben möchte, reserviert in der Orangerie Seeburg. Parken an den Seeterrassen.
7. Goitzsche: Einer der beliebtesten Seen (26 km)
Aus einem Braunkohlentagebau entstanden, bietet die Goitzsche Strand, See und Sonnenschirme. Die Tour startet am Ressort Seensucht und führt über Mühlbeck, vorbei an einer Wakeboard-Anlage und einem Trimm-dich-Pfad, entlang des Muldestausees. Bei gutem Wetter lockt der Badestrand zur Abkühlung. Parkplatz am Pegelturm; Fahrradverleih in Friedersdorf.
8. Geiseltalsee: Achtung, es geht bergauf (26 km)
Der Geiseltalsee, ebenfalls ein ehemaliges Braunkohleabbaugebiet, ist ein Hotspot für maritimes Flair: Seebrücke, Strandbar, Palmen. Start an der Seebrücke Braunsbedra, dann geht es bergauf. Die Strecke ist anspruchsvoll, aber durchgängig asphaltiert. Kinder freuen sich über den Irrgarten „Im Urpferdchen“. In der Mitte der Tour fordert der Berg zum Winzer – oben entschädigt die Aussicht mit Wein. Achtung: November bis März geschlossen.



