Thermen-Ranking 2026 enthüllt große Qualitätsunterschiede
Ein umfangreiches Thermen-Ranking des Vergleichsportals Testberichte.de zeigt deutliche Unterschiede in der Beliebtheit von Thermen und Schwimmbädern in Deutschland. Für die fünfte Auflage des Rankings wurden 1,7 Millionen Online-Bewertungen von insgesamt 612 Einrichtungen analysiert. Die Ergebnisse offenbaren erhebliche regionale Unterschiede und klare Gewinner sowie Verlierer unter den deutschen Badeanstalten.
Schlechtestes Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern
Die Bernsteintherme Zinnowitz an der Ostsee erzielte mit nur 2,7 Sternen das schlechteste Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern und belegt bundesweit den letzten Platz. Besucher kritisieren insbesondere das fehlende Personal im Eingangsbereich, die als zu kalt empfundenen Temperaturen von Wasser und Luft sowie das nicht vorhandene gastronomische Angebot. Viele Gäste berichten zudem von Orientierungsschwierigkeiten im als "Labyrinth" beschriebenen Bad.
Betreiber Tim Dornbusch, dessen Vater das Bad 1993 von der Treuhand erwarb, bezeichnet die Therme selbst als "Geldvernichtungsmaschine". Er erklärt: "Der Betrieb der Therme kostet unglaublich viel Geld. Wir gehören zu den wenigen Einrichtungen, die keine finanzielle Unterstützung erhalten." Während Hotelgäste freien Eintritt genießen, zahlen Tagesgäste für den Besuch von 10 bis 21 Uhr stolze 32 Euro.
Preispolitik und Service als Kritikpunkte
Die hohen Preise stellen einen Hauptkritikpunkt der Besucher dar. Dornbusch verteidigt die Preispolitik mit den hohen Betriebskosten und verweist darauf, dass die Therme primär auf die Bedürfnisse der 180.000 jährlichen Hotelgäste ausgerichtet sei, nicht auf die 5.000 bis 10.000 Tagesbesucher. Zum fehlenden Personal am Eingang erklärt er: "Das lohnt sich einfach nicht. Für die wenigen Tagesgäste kann ich dort niemanden hinstellen."
Auch das fehlende gastronomische Angebot begründet der Betreiber mit wirtschaftlichen Erwägungen: "Unsere Hotelgäste essen im Hotel." Die häufig geäußerte Kritik an zu niedrigen Temperaturen weist Dornbusch zurück und verweist auf die etablierten Werte von 34 Grad Lufttemperatur, 32 Grad Thermenwasser und 28 Grad Salzwasser.
Regionale Spitzenreiter und bundesweite Top-Platzierungen
Im Land Brandenburg setzte sich die Kristall Kur- & Grandiertherme in Bad Wilsnack mit 4,5 Sternen deutlich an die Spitze und erreichte bundesweit den beachtlichen 37. Platz. Die Therme überzeugt mit einem einzigartigen Salzsee mit 24% Sole, acht Themensaunen und einem Natursolebecken auf fast 12.000 Quadratmetern Fläche.
Mecklenburg-Vorpommerns bestbewertetes Bad ist das Freizeitbad Greifswald mit 4,4 Sternen und Platz 123 im bundesweiten Vergleich. Die Einrichtung bietet neben einem 25-Meter-Sportbecken auch ein Variobecken mit behindertengerechter Ausstattung und verschiedenen Saunaangeboten zu moderaten Preisen von 16 Euro für eine Tageskarte.
Bundesweite Bestenliste und regionale Unterschiede
Unter den großen Thermen erzielen das Vabali Spa Berlin (Platz 15), das Vabali Spa Hamburg (Platz 17) und die Spreewald-Therme in Burg (Platz 16) jeweils die besten Ergebnisse mit 4,6 Sternen. Die Spreewald-Therme übernimmt mit dieser Bewertung sogar den Titel des bestbewerteten großen Schwimmbads in ganz Deutschland.
Die durchschnittliche Bewertung aller Thermen und Saunen liegt bei 4,2 Sternen, wobei Einrichtungen ab 4,3 Sternen als überdurchschnittlich gut wahrgenommen werden. Deutliche regionale Unterschiede zeigen sich besonders in Bremen, wo das bestbewertete Bad lediglich den Durchschnittswert erreicht und auf Platz 349 landet.
In Sachsen-Anhalt führt das Solequell Bad Salzelmen mit 4,4 Sternen die regionale Liste an und sichert sich bundesweit Platz 101. Die Analyse zeigt insgesamt, dass die Qualitätsunterschiede zwischen deutschen Thermen erheblich sind und Besucher bei ihrer Wahl auf Bewertungen achten sollten.



