Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Dieses Tier macht das Internet walsinnig! Millionen Menschen weltweit nehmen Anteil am Schicksal von Timmy, dem berühmten Buckelwal. Ihm zu Ehren werden Tattoos gestochen, Torten gebacken und Lieder komponiert – alles fleißig in den sozialen Netzwerken dokumentiert. Insgesamt 29 Tage saß Timmy vor der Insel Poel fest, bevor er am Dienstag endlich in sein Reisebett, eine Barge, schwamm und nun Kurs auf die Nordsee nimmt. Genug Zeit für Social-Media-Nutzer, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
Timmy-Tattoos
Wal-Liebhaber, die es besonders ernst meinen, lassen sich ein Buckelwal-Tattoo stechen. Sie tragen Timmy für immer als Zeichen unter der Haut. Das Hamburger Tattoo-Studio „Nouvellé“ rief eine Aktion ins Leben, bei der sich Fans ein Timmy-Tattoo stechen lassen konnten. „Die Nachfrage nach Wal-Motiven ist gerade extrem hoch“, heißt es in einem Instagram-Beitrag des Studios. Auf seinem Account dokumentiert das Unternehmen zahlreiche Timmy-Motive seiner Kunden. Auch auf TikTok zeigen User stolz ihre Tätowierungen.
Timmy-Torten
Timmy gibt es auch auf dem Teller: Im Netz tummeln sich zahlreiche süße Kreationen. Ein Instagram-Nutzer backte einen Schokokuchen in Wal-Form mit dem Schriftzug „Timmy“. Dass Buckelwale sich von Krill und kleinen Schwarmfischen ernähren, spielt bei den Wal-Fans keine Rolle.
Timmy-Titel
„Schiebt den Wal zurück ins Meer“ sangen einst die Toten Hosen. Das ist nun (fast) erledigt. Doch der Musiktitel aus dem Jahr 2004 wird Timmy nicht gerecht, ist sich die Netzgemeinde sicher. Deshalb gibt es zahlreiche neue Kompositionen rund um das Schicksal des gestrandeten Meeressäugers. Unter anderem widmete die Berliner Rockband „Tulpe“ ihm einen Song – allerdings sorgt dieser für Spaltung im Netz: Der provokante Titel „Sprengt den Wal“ löst bei vielen Entsetzen aus. Im Lied heißt es unter anderem: „Lasst es Wal-Salami regnen. Wenn man Timmy einfach sprengt, wäre das kosteneffizienter. So viel Ärger um ein Fischstäbchen.“ Das Video hat bislang mehr als 126.000 Aufrufe auf Instagram.
KI-Bilder von Timmy
Natürlich dürfen auch KI-generierte Bilder zu Timmy nicht fehlen. Ein Foto zeigt den Wal mit frustrierter Miene am Strand: „Ausgerechnet in Deutschland gestrandet. Jetzt brauche ich wahrscheinlich erst mal drei Formulare, bevor mir jemand hilft. Hätte es nicht wenigstens Malle sein können? Da hätte ich schon mein drittes Bier.“ In einem weiteren KI-Bild wird der Meeressäuger zum „Wal-Steak“ verarbeitet. Ein Instagram-Nutzer würde Timmys Schicksal gerne mit Florian Silbereisen in der Hauptrolle im ZDF verfilmen: „Timmy: Ruf der Freiheit“. Diesem Ruf folgt das Tier nun endlich – in seinem Reisebett Richtung Atlantik.



