Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: Wachstum mit gemischten Signalen
Der Tourismus im Nordosten Deutschlands zeigt eine erfreuliche Entwicklung, doch die Zahlen offenbaren auch Herausforderungen. Im vergangenen Jahr besuchten rund 8,2 Millionen Gäste Mecklenburg-Vorpommern, was einem Anstieg von etwa 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Daten wurden vom Statistischen Landesamt und der Landestourismusgesellschaft veröffentlicht und unterstreichen die anhaltende Attraktivität der Region.
Übernachtungszahlen auf Rekordniveau
Insgesamt gab es 33,3 Millionen Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern, ein Plus von 1,2 Prozent. Damit markiert das Jahr 2025 nach dem Rekordjahr 2019 das zweitbeste Tourismusjahr seit mehr als 35 Jahren. Tourismus-Staatssekretär Jochen Schulte (SPD) betonte: „Mecklenburg-Vorpommern ist gefragt.“ Allerdings wies er darauf hin, dass sich die Wettbewerbsbedingungen verschärfen und Unternehmen mit komplexen Problemen wie dem Fachkräftemangel konfrontiert sind.
Schulte mahnte, dass Tourismus kein Selbstläufer sei. Es bedürfe ständig neuer Akzente und der Aufnahme aktueller Trends, um aus der Vielzahl attraktiver Angebote hervorzustechen. Die Landestourismusgesellschaft präsentiert sich derzeit auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, der wichtigsten Fachmesse für die Branche, die bis Donnerstag andauert.
Regionale Unterschiede und internationale Entwicklungen
Die meisten Übernachtungen wurden in Vorpommern registriert, das knapp ein Drittel aller Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern ausmacht. Besonders stark legten die Übernachtungen an der mecklenburgischen Ostseeküste zu, mit einem Plus von 2,8 Prozent. Weitere Regionen mit Wachstum sind:
- Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte
- Rügen/Hiddensee
- Fischland-Darß-Zingst
Die Stadt Wismar verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Übernachtungen um 11,3 Prozent. Auch Neubrandenburg, Rostock und Schwerin konnten mehr Übernachtungsgäste begrüßen, während Stralsund und Greifswald Rückgänge verzeichneten.
Ein kritischer Punkt ist der Rückgang internationaler Gäste. Die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland sank um 1,8 Prozent auf etwa 965.000. Besonders stark brachen die Besuche aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark ein. Zuwächse gab es hingegen aus Polen, Österreich, Tschechien und der Schweiz.
Ausblick und Highlights für 2026
Für das laufende Jahr plant die Tourismusgesellschaft, mit Neuerungen und Events auch internationales Publikum anzusprechen. Zu den Highlights zählen:
- Das Projekt „Hyparforum“ in Binz, das ab Frühjahr startet.
- Die neue Galerie der Romantik im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald.
- Das Staatliche Museum Schwerin, das nach Sanierung kinder- und familienfreundlicher, digitaler, interaktiver und barrierefreier ist.
- Das 150-jährige Stadtjubiläum in Ludwigslust mit der Wiedereröffnung des Goldenen Saals im örtlichen Schloss im Mai.
Das große Musikfestival „Airbeat One“ setzt unter dem Titel „The Netherlands Edition“ am zweiten Juli-Wochenende in Neustadt-Glewe ebenfalls auf internationale Gäste und erwartet rund 200.000 Besucher. Vom 22. bis 23. August soll in Sassnitz auf Rügen die zweite Auflage der internationalen Segelveranstaltung SailGP stattfinden, die 2025 mit etwa 13.000 Besuchern ausverkauft war.
Diese Initiativen sollen dazu beitragen, die Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns weiter zu steigern und den Tourismussektor nachhaltig zu stärken, trotz der aktuellen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und dem Rückgang internationaler Besucher.



