Mit der Tram auf den Spuren der Bierstadt München: Eine ungewöhnliche Stadtführung zeigt historische Brauereien, vergessene Kühlkeller und lauschige Biergärten abseits der überfüllten Innenstadt – inklusive Einblicke in Geschichte, Genuss und Münchens besondere Bierkultur.
Neue Perspektiven auf Münchens Bierkultur
Klassische Stadtführungen werden immer beliebter. An sonnigen Samstagen machen die vielen Gruppen die Innenstadt und vor allem den Viktualienmarkt ziemlich ungemütlich. Barbara Feige von „Herz und Heimat Stadtführungen“ führt ihre Kunden deshalb raus aus dem Zentrum – per Trambahn. Ihre neueste Tour beschäftigt sich mit der Bierstadt München. Hier erfährt man viel über die Geschichte des Bieres, der Stadt und die vielen Brauereien, die es einst in München gab. Die AZ hat mitgemacht und war sehr angetan. Auch, wer Vorkenntnisse hat, erfährt hier noch einiges.
Start am Max-Joseph-Denkmal
Der Treffpunkt am Max-Joseph-Denkmal vor der Oper könnte treffender nicht sein. Immerhin gilt der erste König Bayerns Max I. Joseph (1756-1825) als der Vater der Biergärten. Auf ihn geht die Biergartenverordnung von 1812 zurück, die uns bis heute erlaubt, eigene Speisen mit in den Biergarten zu bringen. Das alles und viel mehr erzählt Stadtführer Max Richter seiner Gruppe. Im Gepäck hat er viel Bildmaterial und Bücher.
Weiter zur Unionsbräu
Weiter geht es mit der Tramlinie 19, vorbei am Maxmonument und am Maximilianeum zum Max-Weber-Platz. Dort in der Einsteinstraße befinden sich noch immer die Gebäude von Unionsbräu. Joseph Schülein gründete die Brauerei im Jahr 1885, übernahm 1905 die Münchner-Kindl-Brauerei und fusionierte 1921 mit Löwenbräu. Unionsbräu ist Geschichte. Aktuell steht das Haus leer. Lediglich im Keller befindet sich der Jazzclub Unterfahrt.
Von Kühlkeller bis Herbergshäusl
Der Weg durch die ehemaligen Kühlkeller und den Innenhof über den Johannisplatz Richtung Herbergshäusl an der Kreppe lässt erahnen, wie sich das Leben rund um eine Brauerei im vergangenen Jahrhundert abgespielt haben könnte. Bei Bier und Brotzeitbrettl im Hofbräukeller am Wiener Platz endet die Tour gemütlich.
Individuelle Touren und Buchung
Die Führungen werden nach persönlichen Wünschen und körperlicher Fitness individuell zusammengestellt. Von Augustiner über Giesinger bis Paulaner: Auch andere Brauereien und Viertel sind möglich. Eine Führung für maximal 20 Personen dauert rund drei Stunden und kostet 348 Euro. Für die Verpflegung kommen noch einmal rund 20 Euro pro Person dazu. Eine Buchung ist möglich unter der Telefonnummer 0170 7354 482 oder unter https://herz-und-heimat.bayern.
Weitere Brauereien und Viertel
Neben Augustiner, Giesinger und Paulaner können auch andere Brauereien wie Hofbräu oder Löwenbräu besucht werden. Die Touren sind flexibel und passen sich den Interessen der Gruppe an. Ein besonderes Highlight ist der Besuch historischer Kühlkeller, die sonst nicht zugänglich sind.
Fazit: Eine gelungene Abwechslung
Die Tram-Stadtführung bietet eine einzigartige Möglichkeit, Münchens Biergeschichte abseits der Touristenströme zu erleben. Mit fachkundigen Guides, historischen Einblicken und gemütlichen Einkehrmöglichkeiten ist sie für Einheimische und Besucher gleichermaßen empfehlenswert.



