Udo Wachtveitl im exklusiven Gespräch über seine Heimatstadt München
In der beschaulichen Klenzestraße, nur wenige Meter von einem seiner liebsten Orte in der Stadt entfernt, traf die AZ den bekannten Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl zu einem tiefgründigen Gespräch über München. Der Schauspieler, der seit Jahrzehnten mit der bayerischen Landeshauptstadt verbunden ist, öffnete sein Herz für die Facetten des urbanen Lebens.
Jeder ist der Star in seinem eigenen Münchner Film
„Hier ist jeder der Star in seinem eigenen Film“, beschreibt Wachtveitl mit einem charakteristischen Lächeln das besondere Flair der Stadt. Diese Aussage wird zum Leitmotiv des Gesprächs, das sich um die einzigartige Münchner Mentalität dreht. Der Schauspieler schwärmt von den gemütlichen Straßencafés und traditionellen Wirtshäusern, die das soziale Gefüge der Stadt prägen. Besonders die regelmäßigen Isarspaziergänge gehören für ihn zu den unverzichtbaren Ritualen des Münchner Alltags.
Der Münchner Grant als Schutzmantel zarter Seelen
Ein zentrales Thema ist der legendäre Münchner Grant, den Wachtveitl auf überraschende Weise interpretiert. „Der Grant wirkt wie ein Schutzmantel für zarte Seelen“, erklärt der Schauspieler. Diese scheinbare Schroffheit sei in Wahrheit eine Form der Authentizität, die es den Bewohnern ermögliche, sich in der Großstadt behütet zu fühlen. Es sei eine eigenwillige Art der Zuwendung, die Außenstehende oft missverstehen würden.
Der unaufhaltsame Wandel der Münchner Viertel
Mit nachdenklicher Stimme spricht Wachtveitl über den tiefgreifenden Wandel der Stadtviertel. Die Gentrifizierung und der stetige Zuzug hätten das Gesicht Münchens in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. „Die Stadt klingt längst nicht mehr wie früher“, gesteht der Tatort-Star. Die vertrauten Klänge, Gerüche und das besondere Flair früherer Jahre seien einem moderneren, internationaleren Stadtbild gewichen.
Eine ungebrochene Liebe trotz aller Veränderungen
Trotz dieser Transformationen hat Wachtveitls Liebe zu München nichts von ihrer Intensität verloren. „Man liebt eine Stadt nicht wegen ihrer Perfektion, sondern trotz ihrer Eigenheiten“, philosophiert der Schauspieler. Die Mischung aus Tradition und Moderne, aus bayerischer Gemütlichkeit und urbanem Lebenstraum mache den besonderen Reiz aus. München bleibe für ihn ein Ort der Inspiration und Heimat, auch wenn sich die Melodie der Stadt gewandelt habe.
Das Gespräch endet mit dem Blick auf einen seiner Lieblingsplätze in der Klenzestraße – ein stiller Zeuge des Wandels, der dennoch den Geist des alten München bewahrt hat.



