Die Modekette Adenauer & Co, gegründet vom Enkel des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer, hat beim Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Verfahren wurde wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet, wie aus den Veröffentlichungen auf dem Portal Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht. Insgesamt sind fünf Verfahren publiziert, darunter auch über die Adenauer Holding GmbH.
Eigenverwaltung und Sachwalter bestellt
Für das Unternehmen mit Sitz in Kaarst bei Düsseldorf wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet. Zum Sachwalter wurde der Rechtsanwalt Holger Rhode bestellt. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ über die Lage berichtet.
Mehr als 40 Filialen und 200 Mitarbeiter
Adenauer & Co verkauft Freizeitmode mit maritimem Einschlag, darunter Kapuzenpullis, T-Shirts und Blusen. Nach eigenen Angaben betrieb das Unternehmen zuletzt mehr als 45 Filialen in Deutschland, Österreich und Spanien. Bekannt waren die sogenannten „Strandhäuser“ auf den Inseln Föhr, Fehmarn und Juist.
Mehr als 200 Beschäftigte erwirtschafteten einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro, wie Andreas Adenauer der „Wirtschaftswoche“ mitteilte. Der Gründer macht jedoch nicht nur die wirtschaftliche Lage für die Probleme verantwortlich.
Betrugsvorwürfe: „Es wurden Gelder veruntreut“
Andreas Adenauer spricht von Betrug an einem Standort in der Türkei. „Es wurden Gelder veruntreut“, sagte er dem Magazin. Er sei mit gefälschten Zahlen hinters Licht geführt worden. „Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem“, betonte er.
Zukunft unklar – Investoren zeigen Interesse
Wie es mit den Modehäusern weitergeht, ist offen. Im Insolvenzverfahren dürften Filialschließungen folgen, erwartet der Firmengründer. Die Sanierungsmaßnahmen sollen bis Oktober abgeschlossen sein, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Mehrere Investorengruppen hätten bereits Interesse an einem Einstieg bei Adenauer & Co gezeigt.



