Amazon zieht die 4K-Qualitätsschraube an: Prime Video Ultra kostet künftig Extra-Gebühr
Amazon: 4K bei Prime Video nur noch gegen Aufpreis

Amazon zieht die Qualitätsschraube an – 4K gibt's bald nur noch für Aufpreis

Amazon krempelt seinen Streamingdienst Prime Video erneut um und sorgt damit in den USA für erhebliches Aufsehen. Ab dem 10. April 2026 wird die 4K-Auflösung kein Bestandteil des normalen Prime-Abonnements mehr sein. Wer gestochen scharfe Bilder oder hochwertigen Dolby-Sound genießen möchte, muss künftig extra zahlen.

Prime Video Ultra: Das neue Premium-Abo mit Kostenaufschlag

Die neue Abo-Stufe trägt den Namen Prime Video Ultra und kostet 5 US-Dollar zusätzlich zum bestehenden Prime-Preis. Damit verlangt Amazon erstmals einen expliziten Aufpreis, um das volle audiovisuelle Erlebnis freizuschalten. Seit 2024 enthielt das normale Prime-Video-Abo bereits Werbung – werbefreies Streaming war nur gegen zusätzlichen Monatsbeitrag möglich. Bislang war jedoch die 4K-Auflösung im Standardabo inkludiert.

Das ändert sich nun grundlegend: Sowohl werbefreies Streaming als auch 4K-Auflösung gibt es künftig nur noch gemeinsam im Ultra-Abonnement. Für US-Nutzer bedeutet diese Umstellung konkret: Wer Serien und Filme in bestmöglicher Qualität sehen und gleichzeitig auf Werbeeinblendungen verzichten möchte, zahlt künftig rund 20 Dollar monatlich.

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Technische Verbesserungen im Premium-Paket

Das Premium-Abo bringt nicht nur die 4K-Qualität zurück, sondern bietet auch signifikante technische Upgrades:

  • Statt drei sind künftig bis zu fünf parallele Streams möglich
  • Das Download-Limit wächst deutlich auf 100 statt bisher 25 herunterladbare Inhalte
  • Exklusiv für Ultra-Abonnenten sind Dolby Vision und Dolby Atmos verfügbar

Das Standardabo bietet hingegen nur noch die einfacheren HDR- und Stereoformate. Amazon begründet diese Neuordnung mit den gestiegenen Kosten für hochwertige Streaming-Technologie und verweist auf ein branchenübliches Preisgefüge.

Kleine Verbesserungen für das Basis-Abo

Das normale Prime-Video-Abonnement erfährt immerhin kleinere Verbesserungen: Nutzer können künftig vier statt drei Streams gleichzeitig starten und bis zu 50 Titel herunterladen. Insgesamt gleicht dieses Komfort-Plus jedoch kaum den Wegfall der 4K-Option aus.

Besitzer großer UHD-Fernseher dürfte diese Entwicklung besonders stören – auf hochauflösenden Displays fällt der Qualitätsunterschied zwischen Full HD und 4K deutlich sichtbar ins Auge.

Deutschland vorerst nicht betroffen – aber Widerstand wächst

Offiziell soll das neue Abo-Modell zunächst nur in den USA starten. Ob und wann Amazons Abo-Umbau nach Deutschland kommt, bleibt aktuell ungewiss. Branchenbeobachter halten es jedoch für wahrscheinlich, dass der Konzern die Änderungen zu einem späteren Zeitpunkt auch international ausrollen wird.

Hierzulande steht Amazon bereits unter erheblichem Druck: Über 200.000 Verbraucher beteiligen sich laut Heise aktuell an einer Sammelklage der Verbraucherzentrale Sachsen gegen die Werbeeinblendungen in Prime Video. Sollten künftig auch noch 4K-Funktionen kostenpflichtig werden, dürfte der Widerstand gegen den Streaming-Riesen nochmals deutlich anwachsen.

Branchentrend: Immer mehr Funktionen hinter Bezahlschranken

Mit Prime Video Ultra folgt Amazon einem klaren Branchentrend. Bereits Netflix und Disney+ haben ihre Abonnements nach Auflösung und Werbefreiheit segmentiert. Für viele langjährige Prime-Kunden bedeutet diese Entwicklung jedoch eine gefühlte Herabstufung: Was früher im Standardpreis inbegriffen war, kostet nun extra.

Am Ende bleibt bei vielen Nutzern das beunruhigende Gefühl, dass Streaming-Dienste immer teurer werden – nicht weil sie mehr Inhalte bieten, sondern weil immer mehr grundlegende Funktionen hinter zusätzlichen Bezahlschranken verschwinden. Die Qualitätsschraube wird angezogen, doch der Preis dafür steigt kontinuierlich.

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