Neue Führungsspitze beim traditionsreichen Kamerahersteller Leica
Der renommierte Kamerahersteller Leica steht vor einem bedeutenden Führungswechsel. Andreas Voll wird mit Wirkung zum 1. April 2026 den Vorstandsvorsitz des Unternehmens übernehmen und folgt damit auf Matthias Harsch, dessen Vertrag Ende März ausläuft. Der 44-jährige Voll tritt die Nachfolge des langjährigen Leiters an, der das Unternehmen seit 2017 erfolgreich geführt hat.
Würdigung der bisherigen Leistungen und Ausblick auf die Zukunft
Der Leica-Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kaufmann würdigte in einer Stellungnahme die herausragenden Verdienste von Matthias Harsch. Unter dessen Führung habe Leica nicht nur seine Position als Premiummarke in den Bereichen Fotografie und Optik weiter ausgebaut, sondern auch neue Geschäftsfelder erfolgreich erschlossen. Kaufmann betonte zudem die besonderen Qualifikationen des neuen Vorstandschefs: „Andreas Voll ist eine Führungspersönlichkeit mit umfassender internationaler Managementerfahrung sowie ausgewiesener Expertise in den Bereichen Premium-Technologie, Markenführung und strategische Unternehmensentwicklung.“
Erfolgsbilanz unter der bisherigen Führung
Die Ära von Matthias Harsch war geprägt von bemerkenswerten wirtschaftlichen Erfolgen:
- Mehrere aufeinanderfolgende Umsatzrekorde
- Zuletzt ein Umsatzplus von 7,6 Prozent im Geschäftsjahr 2024/25
- Erlöse erreichten mit 596 Millionen Euro einen historischen Höchstwert
- Das Unternehmen mit Sitz im mittelhessischen Wetzlar beschäftigt weltweit etwa 2.300 Mitarbeiter
Das Unternehmen profitierte in den vergangenen Jahren insbesondere vom Revival der Kompaktkameras, bei dem sich ein deutlicher Trend hin zu hochwertigen Geräten abzeichnete. Erst Ende Februar 2026 präsentierte Harsch auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona die Neuauflage des Leitzphone, das weltweit vermarktet wird.
Unternehmensstruktur und aktuelle Spekulationen
Die Eigentümerstruktur bei Leica ist klar definiert:
- Andreas Kaufmann hält 55 Prozent der Anteile als Mehrheitseigentümer
- Der Finanzinvestor Blackstone besitzt die verbleibenden 45 Prozent
In jüngster Zeit kursierten am Markt Spekulationen über einen möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung durch Kaufmann und Blackstone. Dazu äußerte sich der Aufsichtsratsvorsitzende zurückhaltend: „Zurzeit sind Gerüchte am Markt, die wir nicht kommentieren.“ Gleichzeitig verwies Kaufmann auf die starke familiäre Bindung zum Unternehmen: „Alle Familienmitglieder arbeiten bei Leica oder Tochterfirmen. Das heißt, wir sind kräftig engagiert und planen das auch so für die weitere Zukunft.“
Ausblick unter neuer Führung
Mit der Berufung von Andreas Voll setzt der Aufsichtsrat auf eine Verjüngung der Führungsspitze und signalisiert gleichzeitig Kontinuität in der strategischen Ausrichtung. Der neue Vorstandsvorsitzende bringt nicht nur umfangreiche internationale Managementerfahrung mit, sondern auch spezifisches Know-how in der Führung von Premiummarken. Die Erwartungen des Aufsichtsrats sind klar formuliert: Die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens soll unter der neuen Führung fortgesetzt und weiter ausgebaut werden.



