Die italienische Großbank UniCredit hat sich im Übernahmekampf um die Commerzbank den Unmut der deutschen Finanzaufsicht zugezogen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) untersagte der Bank am Donnerstag die Verbreitung von Werbeanzeigen, die als reißerisch und unsachlich eingestuft wurden.
Hintergrund des Verbots
Wie die Bafin mitteilte, hatte UniCredit auf der Plattform LinkedIn Werbeanzeigen geschaltet, die Mutmaßungen über die wirtschaftliche Lage der Commerzbank enthielten. Die Anzeigen seien in der gesamten Europäischen Union abrufbar gewesen, seien aber inzwischen nicht mehr aktiv. Die Behörde bewertete die Kampagne als unzulässige Werbung im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG).
Rechtliche Grundlage
Die Anordnung stützt sich auf Paragraf 28 des WpÜG. Damit will die Bafin Missständen im laufenden Übernahmeverfahren begegnen und Klarheit über die Grenzen zulässiger Werbung bei Übernahmeangeboten schaffen. Sollte UniCredit die Auflagen nicht einhalten, droht der Bank ein Bußgeld.
Übernahmeangebot und Widerstand
UniCredit hat ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank angekündigt, das Anfang Mai starten soll. Ziel ist es, die 30-Prozent-Hürde zu überspringen, um anschließend freie Hand bei der Aufstockung der Anteile zu haben. Die Commerzbank unter ihrer Vorstandsvorsitzenden Bettina Orlopp wehrt sich jedoch weiterhin gegen einen Verkauf. Der Dax-Konzern beharrt auf seiner Eigenständigkeit und will Anfang Mai neue Finanzziele vorlegen.
Die Commerzbank erklärte Anfang April, dass auf Grundlage der jüngsten Verlautbarungen der UniCredit eine einvernehmliche Lösung derzeit nicht erkennbar sei. Man werde mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 8. Mai eine Anhebung der Finanzziele kommunizieren. Der Übernahmestreit zwischen den beiden Banken dauert damit an.



