BayWa trennt sich von niederländischer Tochter Cefetra im Rahmen der Sanierung
Der hoch verschuldete Münchner Mischkonzern BayWa hat einen bedeutenden Schritt in seiner umfassenden Sanierungsstrategie vollzogen. Nach einem gescheiterten ersten Versuch im vergangenen Jahr ist es dem Unternehmen nun gelungen, seine niederländische Tochtergesellschaft Cefetra zu veräußern. Der Verkaufspreis beläuft sich auf exakt 125 Millionen Euro, wie aus Unternehmenskreisen verlautet.
Finanzielle Entlastung durch Verkaufserlös
Obwohl der Verkaufspreis mit 125 Millionen Euro vergleichsweise moderat ausfällt, bringt die Transaktion eine erhebliche finanzielle Entlastung für den angeschlagenen Konzern. Die Verbindlichkeiten der BayWa reduzieren sich durch den Verkauf um satte 600 Millionen Euro. Damit hat der Mischkonzern seit Beginn seiner Sanierungsbemühungen bereits Schulden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro abgebaut.
Dennoch bleibt der Weg zur vollständigen finanziellen Gesundung lang: Das erklärte Ziel des Vorstands ist eine Verringerung des Schuldenbergs um insgesamt vier Milliarden Euro. Der aktuelle Verkauf markiert somit erst etwa ein Drittel dieses ambitionierten Vorhabens.
Historische Altlast aus gescheiterter Expansion
Die Cefetra-Gruppe war 2012 im Rahmen der internationalen Expansionsbestrebungen der BayWa erworben worden. Interessanterweise entspricht der heutige Verkaufspreis exakt dem damaligen Kaufpreis von 125 Millionen Euro. Die Tochtergesellschaft ist wie die BayWa selbst im Getreidehandel aktiv und beliefert insbesondere die Futtermittelindustrie mit Soja.
Der Verkauf stellt somit die Abkehr von einer strategischen Fehlentscheidung dar, die den Konzern über Jahre belastet hatte. Bereits im Vorjahr war ein Verkauf an einen einzelnen Käufer geplant gewesen, scheiterte jedoch an Finanzierungsproblemen des Interessenten.
Konsortium übernimmt Getreidehändler
Nach aktuellen Informationen aus Verhandlungskreisen wird die Cefetra-Gruppe nun von einer Gruppe aus acht Käufern übernommen. Die Identitäten der neuen Eigentümer bleiben jedoch vorerst unter Verschluss. Diese Lösung ermöglichte schließlich den erfolgreichen Abschluss der Transaktion, nachdem der Einzelverkauf gescheitert war.
Der Verkauf der niederländischen Tochter markiert einen wichtigen Meilenstein im Sanierungsprozess des Münchner Konzerns. Während die finanzielle Belastung deutlich reduziert wurde, bleibt die BayWa weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, um ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.



