Biontech findet Nachfolger für Gründer Sahin: Guido Oelkers
Biontech findet Nachfolger für Sahin: Oelkers

Biontech hat einen Nachfolger für seinen Mitgründer und Vorstandsvorsitzenden Ugur Sahin gefunden. Spätestens am 1. Februar 2027 wird Guido Oelkers den Chefposten beim Mainzer Impfstoffhersteller übernehmen, wie das Unternehmen in Mainz mitteilte. Oelkers kommt vom schwedischen Biopharma-Unternehmen Swedish Orphan Biovitrum (Sobi), dem er seit 2017 als Vorstandsvorsitzender vorsteht.

Der neue Mann an der Spitze soll dem kriselnden Konzern neuen Schwung verleihen. Biontech war in der Corona-Pandemie mit seinem Covid-19-Impfstoff weltweit bekannt geworden und hatte zwischenzeitlich Milliardenumsätze erzielt. Inzwischen ist das Unternehmen jedoch in die roten Zahlen gerutscht. Ein besonderer Fokus liegt daher auf dem US-Geschäft, das Oelkers mit seiner Erfahrung ausbauen soll.

Oelkers: Karriere bei Hoechst und Sobi

Guido Oelkers war bereits in den 1990er Jahren unter anderem für die Hoechst AG tätig. Laut Unternehmensangaben verfügt er über ein umfassendes Know-how in der Markteinführung und Kommerzialisierung innovativer Produkte – insbesondere auf dem US-amerikanischen Markt. Diese Expertise dürfte entscheidend sein, denn Biontech strebt bis 2030 Zulassungen für mehrere Krebsmedikamente an.

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Bei Sobi, einem auf seltene Krankheiten spezialisierten Biopharma-Unternehmen, hat Oelkers seit 2017 die Geschicke als CEO gelenkt. Sein Wechsel zu Biontech war bereits erwartet worden, doch nun ist es offiziell. Die Übergabe soll reibungslos über die Bühne gehen: Sahin kündigte an, den Start von Oelkers aktiv zu unterstützen.

Vom Impfstoff-Boom in die Krise

Der Aufstieg von Biontech ist eng mit der Entwicklung des ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19 verbunden. Im Verbund mit Pfizer wurden Millionen Dosen verkauft, das Unternehmen erwirtschaftete Milliardengewinne. Doch mit dem Abklingen der Pandemie brach die Nachfrage nach dem Impfstoff ein. Die Folge: Biontech rutschte in die Verlustzone und musste Sparmaßnahmen einleiten.

Erst im Mai hatte das Unternehmen angekündigt, mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Betroffen sind die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac. Insgesamt könnten bis zu 1860 Arbeitsplätze wegfallen, wie es hieß. Diese Restrukturierung soll das Unternehmen auf den künftigen Kurs bringen.

Zukunft: Krebsmedikamente und mRNA-Technologie

Der Hoffnungsträger für die Zukunft ist die Onkologie. Biontech will bis 2030 Zulassungen für mehrere Krebsmedikamente erreichen. Die Forschung nutzt weiterhin die mRNA-Technologie, mit der das Unternehmen groß geworden ist. Genau diese Technologie steht auch im Zentrum der Pläne von Ugur Sahin und seiner Ehefrau Özlem Türeci.

Beide hatten bereits vor einiger Zeit angekündigt, Biontech spätestens Ende 2026 zu verlassen, um ein neues Unternehmen zu gründen. Dieses soll sich auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis konzentrieren. Ihre Anteile an Biontech wollen sie jedoch behalten. Die Suche nach einer Nachfolgerin für Türeci, die weiterhin im Vorstand sitzt, laufe nach Plan, teilte das Unternehmen mit.

Sahin über seinen Nachfolger

"Ich habe Oelkers als einen Manager kennengelernt, der ein tiefes Verständnis der pharmazeutischen Industrie und ausgeprägtes strategisches Urteilsvermögen mit einem aufrichtigen Respekt für die Unternehmenskultur und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindet", sagte Sahin. "Um einen reibungslosen und erfolgreichen Übergang zu gewährleisten, werde ich seinen Einstieg aktiv unterstützen."

Mit der Benennung von Oelkers endet die monatelange Suche nach einem Nachfolger für den Konzernlenker. Bis zum offiziellen Amtsantritt bleibt Sahin im Amt. Die Weichen für die Zukunft von Biontech sind damit gestellt – der Impfstoffhersteller muss nun beweisen, dass er auch außerhalb der Pandemie überzeugen kann.

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