Giesinger Bräu startet Bürgerbegehren für Oktoberfest-Zulassung in München
Bürgerbegehren: Giesinger Bräu will aufs Oktoberfest

Giesinger Bräu kämpft mit Bürgerbegehren um Platz auf dem Oktoberfest

Die Münchner Brauerei Giesinger Bräu hat ein Bürgerbegehren gestartet, um endlich auf das weltberühmte Oktoberfest zu kommen. Bisher dürfen nur sechs sogenannte Traditionsbrauereien – Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Hofbräu – ihr Bier auf der Wiesn ausschenken. Diese Regelung ist in den Betriebsvorschriften für das Oktoberfest der Stadt München festgeschrieben und schließt andere Brauereien wie Giesinger aus.

„Warum darf eine Münchner Brauerei nicht vertreten sein?“

Brauereichef Steffen Marx zeigt sich verärgert über diese Situation. „Wir sind eine echte Münchner Brauerei – mit eigenem Tiefbrunnen, dem Siegel ›Münchner Bier‹ und klarer Verwurzelung in dieser Stadt“, betont Marx. „Wenn auf der Wiesn ausschließlich Münchner Bier ausgeschenkt wird, dann sollte die Frage erlaubt sein, warum eine Münchner Brauerei dort nicht vertreten sein darf.“ Seit Jahren versucht Giesinger, an dem lukrativen Oktoberfestgeschäft teilzuhaben, das jährlich Umsätze in Milliardenhöhe generiert.

Bürgerentscheid als letzter Ausweg

Das nun gestartete Bürgerbegehren zielt darauf ab, einen Bürgerentscheid über die Zulassung der Brauerei zum Münchner Oktoberfest zu erzwingen. Hierfür werden zwischen 30.000 und 40.000 Unterschriften benötigt. Die Frage beim angestrebten Bürgerentscheid soll laut Brauerei lauten: „Bist Du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?“ Bei einem erfolgreichen Votum könnte der Münchner Stadtrat die Betriebsvorschriften ändern.

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Politische Unterstützung im Wandel

Interessant ist die Entwicklung bei Clemens Baumgärtner, dem früheren Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef sowie aktuellen CSU-Bürgermeisterkandidaten. Baumgärtner galt lange als Kritiker eines weiteren Bieres auf der Wiesn, doch 2026 zeigte er sich überraschend offen. Beim Giesinger Starkbierfest stach er sogar das erste Fass an und sagte: „Schauen wir mal, dass wir’s vielleicht mit den Schwarzen hinkriegen.“ Diese Äußerung deutet auf einen möglichen Stimmungswandel in der Münchner Politik hin.

Milliardengeschäft Oktoberfest

Das Oktoberfest ist nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein gewaltiges Wirtschaftsereignis. Allein im Jahr 2025 wurden auf der Wiesn 6,5 Millionen Maß Bier getrunken, bei Preisen von oft über 15 Euro pro Maß. Neben dem Bierausschank profitieren auch Übernachtungsbetriebe, Fahrgeschäfte und der Einzelhandel von dem Volksfest. Für Giesinger Bräu wäre die Zulassung daher ein bedeutender wirtschaftlicher Schritt.

Die Brauerei erfüllt bereits eine wichtige Voraussetzung: Sie darf ihr Bier offiziell als „Münchner Bier“ bezeichnen. Nun hofft sie auf die Unterstützung der Münchner Bürgerinnen und Bürger, um endlich in den exklusiven Kreis der Wiesn-Brauereien aufzusteigen. Das Bürgerbegehren markiert einen neuen Höhepunkt im langjährigen Ringen um mehr Vielfalt auf dem größten Volksfest der Welt.

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