Der Online-Marktplatz eBay hat das 55 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeangebot des Videospiele-Händlers Gamestop abgelehnt. Das gab eBay in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Der Chairman von eBay, Paul Pressler, habe in einem Brief an Gamestop geschrieben, dass der Übernahmeplan „weder glaubwürdig noch attraktiv“ sei, wie die „New York Times“ berichtet.
Gamestops Angebot stößt auf Ablehnung
Gamestop hatte seinen Vorschlag, sich mit eBay – einem Unternehmen, das fast viermal so groß ist – zusammenzuschließen, in der vergangenen Woche bekanntgegeben. Das Angebot hatte unter Experten die Frage aufgeworfen, wie Gamestop sich das überhaupt leisten kann. Die Zweifel an der Finanzierung waren groß.
Gründliche Prüfung durch eBay
eBay teilte mit, dass es das Angebot gemeinsam mit seinen Rechts- und Finanzberatern einer gründlichen Prüfung unterzogen habe. In dem Schreiben an Gamestop verwies Pressler auf mehrere Bedenken. Unklar sei nicht nur die Finanzierung der Übernahme, sondern auch die Höhe der Schulden, die dem Unternehmen durch die Transaktion entstehen würden.
eBays verbesserte Geschäftsentwicklung
Pressler hob zudem die verbesserte Geschäftsentwicklung von eBay hervor, da das Unternehmen eine Wende vollzogen habe, um besser mit Giganten wie Amazon konkurrieren zu können. „Wir haben unseren strategischen Fokus geschärft, die Umsetzung gestärkt, unseren Marktplatz und das Verkäufererlebnis verbessert und den Aktionären konsequent Kapital zurückgeführt“, schrieb Pressler.
Die Geschichte von Gamestop als Zockeraktie
Gamestop sorgte zu Beginn der Corona-Pandemie für Schlagzeilen, weil Amateur-Händler aus dem Netz den Kurs der Aktie entgegen den Zweifeln der Wall-Street-Analysten am Geschäftsmodell in die Höhe trieben. Gamestop-Fans und andere private Spekulanten hatten sich vor allem auf der Online-Plattform Reddit verabredet, um gegen Hedgefonds zu wetten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Indem sie den Aktienkurs des Videospiele-Händlers hochjagten, gelang es ihnen, institutionelle Hedgefonds in Schwierigkeiten zu bringen.
Der Bericht der New York Times beleuchtet die Hintergründe der abgelehnten Übernahme und die Skepsis der Experten. eBay bleibt weiterhin eigenständig und setzt auf seine strategische Neuausrichtung.



