eBay streicht 800 Stellen weltweit – dritte Entlassungswelle seit 2023
Der Tech-Konzern eBay hat am Donnerstag angekündigt, weltweit etwa 800 Arbeitsplätze zu streichen. Dies entspricht rund sechs Prozent der gesamten Vollzeitbelegschaft des Unternehmens. Es handelt sich bereits um die dritte größere Entlassungsrunde seit dem Jahr 2023, was die anhaltenden Umstrukturierungsbemühungen des Online-Marktplatzes unterstreicht.
Überraschender Zeitpunkt trotz positiver Geschäftszahlen
Der Zeitpunkt der Ankündigung überrascht, da eBay erst vor einer Woche positive finanzielle Ergebnisse für das Jahr 2025 präsentiert hatte. Der Umsatz stieg auf 11,1 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 10,2 Milliarden Euro, was einem Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zudem hatte das Unternehmen aus San José, Kalifornien, angekündigt, für 1,2 Milliarden Dollar die britische Second-Hand-Plattform „Depop“ vom Konkurrenten Etsy zu übernehmen. Mit diesem Schritt will sich eBay stärker auf den wachsenden Markt für Second-Hand-Mode und die jüngere Zielgruppe der sogenannten Generation Z konzentrieren.
Auch deutsche Mitarbeiter von Stellenabbau betroffen
Auf Nachfrage bestätigte eine Unternehmenssprecherin, dass der Stellenabbau das gesamte Unternehmen betrifft, einschließlich der Beschäftigten in Deutschland. „Grundlage der Entscheidungen sind Anpassungen unseres Organisationsmodells, der Abbau von Doppelstrukturen sowie die Fokussierung auf zukünftige strategische Prioritäten“, erklärte sie. Das Unternehmen betonte, Schritte zu unternehmen, um in das Geschäft zu reinvestieren und die Organisationsstruktur an strategischen Prioritäten auszurichten. Gleichzeitig versicherte eBay, die betroffenen Mitarbeiter mit Sorgfalt und Respekt zu unterstützen.
Historischer Kontext: Wiederholte Stellenkürzungen seit 2023
Dies ist nicht die erste Entlassungswelle bei eBay. Bereits Anfang 2024 hatte das E-Commerce-Unternehmen etwa 1000 Stellen gestrichen, was damals neun Prozent der Belegschaft entsprach. Als Grund wurden damals Arbeitskosten genannt, die schneller stiegen als das Geschäft. Anfang 2023 folgte eine weitere Kürzung um rund 500 Stellen, etwa vier Prozent der Belegschaft, begründet mit einem Rückgang der Verbraucherausgaben nach dem Online-Shopping-Boom während der Pandemie.
Einordnung in branchenweiten Trend
Mit dem aktuellen Stellenabbau reiht sich eBay in einen branchenweiten Trend ein. Erst Ende Januar hatte beispielsweise Amazon angekündigt, weltweit 16.000 Stellen zu streichen. Diese Entwicklung zeigt, dass auch etablierte Tech-Unternehmen weiterhin unter Anpassungsdruck stehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich auf zukunftsträchtige Geschäftsfelder zu konzentrieren.



