Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt: Hohe Lohnkosten trotz Mehrwertsteuersenkung weiter belastend
Gastgewerbe: Lohnkosten bleiben trotz Steuersenkung Hauptproblem

Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt kämpft weiter mit hohen Lohnkosten

Trotz der seit Jahresbeginn geltenden Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent bleibt die Lage im Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt angespannt. Beim Jahresauftakt des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Magdeburg betonten Branchenvertreter, dass anhaltend hohe Kosten die Betriebe weiterhin stark belasten.

Mehrwertsteuersenkung als erster Schritt, aber keine Preissenkungen in Sicht

Michael Schmidt, Präsident des Dehoga Sachsen-Anhalt, bezeichnete die Mehrwertsteuersenkung als wegweisenden Schritt, der Kalkulationen verlässlicher mache. Allerdings erwarten Branchenvertreter keine größeren Preissenkungen für Gäste in Restaurants. Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch erklärte, die Senkung diene vor allem dazu, den Betrieben Luft zum Aufbau eines finanziellen Polsters zu geben, um nachhaltig überleben zu können.

Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbands, betonte, dass sich die Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung erst nach mindestens sechs Monaten vollständig bemerkbar machen würden. Sie verwies darauf, dass die Branche aktuell mit einer großen Zurückhaltung der Verbraucher konfrontiert sei.

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Hohe Lohnkosten als größte Herausforderung

Laut einer Verbandsumfrage stellt nicht etwa die Energiekosten oder gestiegene Lebensmittelpreise die größte Herausforderung dar, sondern die hohen Lohnkosten aufgrund des angehobenen Mindestlohns. Diese seien auch mit der reduzierten Mehrwertsteuer existenzbedrohend für viele Betriebe. Schmidt fasste die Situation zusammen: „Es wird nicht einfacher.“

Forderungen nach Bürokratieabbau und flexibleren Arbeitszeiten

Der Dehoga identifizierte zwei zentrale Baustellen für die Branche: den Abbau von Bürokratie und eine Reform des Arbeitszeitrechts. Der Verband wirbt dafür, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen. Dies würde es ermöglichen, Dienstpläne flexibler an Spitzenzeiten anzupassen und so effizienter zu wirtschaften.

Tourismus in Sachsen-Anhalt stabil mit Luft nach oben

Während das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr deutschlandweit einen neuen Rekord bei den Gästeübernachtungen in der Tourismusbranche verzeichnete, konnte Sachsen-Anhalt diesen Trend nicht bestätigen. Staatssekretärin Pötzsch beschrieb die Lage als stabil mit leichten Rückgängen. Vor allem bei der Dauer von Übernachtungen und Aufenthalten gebe es noch Potenzial für Verbesserungen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Mehrwertsteuersenkung zwar eine wichtige Entlastung für das Gastgewerbe darstellt, aber nicht ausreicht, um die strukturellen Probleme wie hohe Lohnkosten und steigende Betriebsausgaben zu lösen. Die Branche bleibt auf weitere Unterstützungsmaßnahmen und Reformen angewiesen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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