Halloren senkt Schokoladenpreise nach Kakao-Kosteneinbruch und fordert Branche zum Mitziehen auf
Halloren senkt Preise nach Kakao-Kosteneinbruch

Halloren senkt Schokoladenpreise nach Kakao-Kosteneinbruch und fordert Branche zum Mitziehen auf

Der traditionsreiche Schokoladenhersteller Halloren aus Halle an der Saale hat eine deutliche Preissenkung für seine Produkte angekündigt. Geschäftsführer Darren Ehlert erwartet von anderen Unternehmen der Süßwarenbranche, diesem Beispiel zu folgen und die Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten.

Kakaopreise auf Vorkrisenniveau gesunken

Nach einem enormen Anstieg der Rohstoffkosten in den vergangenen Jahren geben die Preise für Kakao nun wieder deutlich nach. Grund dafür sind deutlich höhere Ernten in den Hauptanbauländern Elfenbeinküste und Ghana, wie Finn Ole Semrau, Handelsexperte am Kiel Institut für Weltwirtschaft, erklärt. Die Exportmengen seien gestiegen und die Einkaufspreise entsprechend gefallen.

Laut Semrau hat der von der Internationalen Kakaoorganisation ermittelte Tagespreis kurz vor Beginn dieses Monats wieder das Niveau vor der Krise erreicht. Allerdings glaubt der Experte nicht, dass auch die Verbraucherpreise vollständig auf das frühere Niveau zurückkehren werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verbraucherpreise noch deutlich über Vorjahresniveau

Die Statistik zeigt das Ausmaß der bisherigen Preissteigerungen: Eine Schokoladentafel kostete im Dezember durchschnittlich 69 Prozent mehr als im Jahr 2020, Riegel oder andere Schokoladenerzeugnisse sogar fast 72 Prozent mehr. Erst kürzlich haben die großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler die Verkaufspreise zahlreicher Eigenmarkenprodukte erstmals seit langem reduziert.

So kostet beispielsweise eine Tafel Vollmilchschokolade nun 89 Cent und eine mit ganzen Haselnüssen 1,29 Euro – jeweils 10 Cent weniger als zuvor. Auch andere Artikel wurden bereits billiger.

Halloren-Chef: „Keine künstlich aufgeblähten Margen“

„Im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher müssen wir offensiv damit umgehen, dass die Preise für Kakao nun wieder deutlich gesunken sind“, betont Halloren-Chef Darren Ehlert. Die aktuelle Preissenkung seines Unternehmens solle auch „ein Signal für die Industrie“ sein.

Ehlert kritisiert, dass Handel und Industrie sich während der Kakao-Krise sehr schwergetan hätten, mit den zeitweise sehr schwankenden Preisen umzugehen. In der Branche sollten keine „künstlich aufgeblähten Margen“ versucht werden zu erzielen. Halloren habe sich vorgenommen, dass die Preise für die Produkte bald wieder so sind wie vor der Krise.

Handel zeigt sich bisher zögerlich

Auf Nachfrage ergänzte Ehlert, dass es seitens des Handels derzeit noch keine Zusagen gebe, die Preisnachlässe auch an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Dies könnte die geplante Entlastung der Verbraucher verzögern oder abschwächen.

Der Halloren-Chef hatte das Unternehmen ab 2019 mit einer umfassenden Umstrukturierung aus den roten Zahlen geholt. Mittlerweile könne die Nachfrage durch das Angebot wieder gedeckt werden, sagte Ehlert. Im vergangenen Jahr seien sogar Rekordumsätze erzielt worden.

Internationale Expansion und Tradition

Die Unternehmensgruppe, zu der das Werk in Halle sowie zwei weitere Schokoladenfabriken gehören, verkauft ihre Produkte nicht nur in Deutschland, sondern auch international – unter anderem in Amerika und Asien. In allen drei Werken der Gruppe arbeiten rund 500 Menschen.

Die „Original Halloren Kugel“ gilt als ein Klassiker unter den Pralinen in Ostdeutschland und erfreut sich großer Beliebtheit. Neben Halloren stellen in Deutschland beispielsweise auch das in Thüringen ansässige Unternehmen Viba, Rausch oder Alfred Ritter Schokolade her.

Eigenen Angaben nach ist die Halloren-Schokoladenfabrik die älteste bis heute produzierende in Deutschland und blickt auf eine lange Tradition zurück. Die aktuelle Preispolitik könnte nun Maßstäbe für die gesamte Süßwarenbranche setzen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration