Henkel-Chef hält Preiserhöhungen für unvermeidlich
Der Iran-Krieg könnte die Verbraucherpreise in Deutschland weiter steigen lassen. Auch der Konsumgüterkonzern Henkel stellt sich auf steigende Kosten ein und warnt vor unvermeidlichen Preiserhöhungen für Produkte wie Persil, Perwoll oder Schwarzkopf. Vorstandschef Carsten Knobel betont im Gespräch mit dem „Handelsblatt“, dass ein zu langes Zögern bei Preisanpassungen den Druck nur erhöht.
Kostensteigerungen durch Kriegsfolgen
Nach Angaben von Knobel ist Henkel vor allem indirekt von den Auswirkungen des Iran-Konflikts betroffen. Die Verfügbarkeit und die Preise von Materialien sowie die Lieferketten geraten zunehmend unter Druck. Der steigende Ölpreis trifft Zulieferer und Logistikunternehmen teilweise stark, was sich in höheren Kosten für Henkel niederschlägt. „Diese geben einen Teil ihrer gestiegenen Kosten an uns weiter“, so Knobel. Der Konzern hofft, dass der Krieg nicht das ganze Jahr über andauern wird, bereitet sich aber auf anhaltende Herausforderungen vor.
Strategie für Preisanpassungen
Henkel hatte die Preise seiner Produkte bereits in den vergangenen Jahren erhöht, doch die aktuelle Situation erfordert weitere Schritte. Knobel erklärt: „Wenn sich unsere Herstellkosten drastisch erhöhen, müssen wir diese Kosten weitergeben.“ Er warnt davor, mit Preiserhöhungen zu lange zu warten, da dies den Druck auf das Unternehmen nur verstärken würde. Um Kunden von höheren Preisen zu überzeugen, betont er die Notwendigkeit, nachvollziehbare Vorteile zu bieten.
Kundenreaktionen und Markenloyalität
Knobel beobachtet einen Trend hin zu Eigenmarken des Handels, der durch die Inflation verstärkt werden könnte. Trotzdem gibt es zu Markenprodukten wie Persil oder Schwarzkopf eine große Loyalität. „Die Produkte werden vielleicht etwas sparsamer verwendet, aber weiter gekauft“, so der Vorstandschef. Henkel setzt darauf, dass Verbraucher trotz steigender Preise bei bewährten Marken bleiben, auch wenn sie ihren Konsum anpassen könnten.
Unternehmenshintergrund
Henkel produziert unter anderem Wasch- und Spülmittel wie Perwoll und Pril, Kosmetik- und Körperpflegeprodukte sowie Klebstoffe. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf wurde 1876 gegründet und beschäftigt weltweit etwa 47.000 Menschen, wobei weniger als 20 Prozent in Deutschland arbeiten. Im vergangenen Jahr erzielte Henkel einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro. Die aktuelle Situation stellt den Konzern vor neue Herausforderungen, die sich direkt auf die Verbraucherpreise auswirken werden.



