Hochtief verdrängt Porsche SE aus dem Dax – KI-Boom als Treiber
Hochtief steigt in Dax auf – Porsche SE raus

Der Essener Baukonzern Hochtief ist seit Montag offiziell Mitglied im Dax, dem deutschen Leitindex. Er löst die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE ab, die künftig im MDax notiert ist. Hochtief profitiert massiv vom Bau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere in den USA, sowie von milliardenschweren Infrastrukturprogrammen und steigenden Verteidigungsausgaben. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht.

Aufstieg nach klaren Regeln

Die Aufnahme in den Dax folgt genau festgelegten Kriterien, die alle drei Monate überprüft werden. Maßgeblich sind der Wert der Streubesitzaktien an einem bestimmten Stichtag sowie die Handelsumsätze an der Börse. Für Fonds, die Indizes real nachbilden, sind die Änderungen besonders relevant, da sie ihre Portfolios entsprechend umschichten müssen. Der Anfang Juni angekündigte Aufstieg von Hochtief kam nach der starken Aktienperformance nicht überraschend.

KI-Boom als Wachstumsmotor

Hochtief profitiert erheblich vom Trend zur Künstlichen Intelligenz, der den Bau neuer Rechenzentren vorantreibt. „Die Nachfrage nach KI-Rechenzentren ist enorm, und Hochtief ist mit seinen US-Tochtergesellschaften bestens positioniert“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Auch die steigenden Verteidigungsausgaben vieler Länder und große Infrastrukturprogramme beflügeln das Geschäft. Der Börsenwert des Konzerns liegt bei rund 38 Milliarden Euro, wobei nur etwa 20 Prozent der Aktien im Streubesitz sind. Die restlichen 80 Prozent hält der spanische Bau- und Infrastrukturriese ACS, der seit Mitte 2011 die Kontrolle über Hochtief hat.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Globale Aufstellung und Umsatz

Die Hochtief AG in Essen ist die Muttergesellschaft eines weltweit verzweigten Netzwerks von Baufirmen. Zu den Tochterunternehmen gehören unter anderem Turner in den USA und Cimic in Australien, die den Großteil des Umsatzes erwirtschaften. Das Unternehmen baut Wolkenkratzer, Krankenhäuser, Straßen, Brücken, Tunnel, Flughäfen, Solarparks, Rechenzentren, Bergbauanlagen und militärische Infrastruktur. Ende 2025 beschäftigte der Konzern rund 61.500 Menschen, davon knapp 3.700 in Deutschland. Vorstandsvorsitzender ist Juan Santamaría Cases, der auch CEO von ACS ist. Im Jahr 2025 entfielen gut drei Viertel des ACS-Konzernumsatzes auf Hochtief-Unternehmen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration