Die Lage für Gianni Infantino wird zunehmend prekär: Nach dem geplatzten Teilverkauf der WM-Rechte sucht der Fifa-Präsident nun offenbar Hilfe im Weißen Haus. Laut einem Bericht der New York Post soll für Montag ein privates Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio (55) geplant sein. Zwei Quellen bestätigten demnach, dass Infantino kurz nach 9 Uhr morgens anrufen wolle.
Infantino sucht Verbündete
Ein Insider wird mit den Worten zitiert: „Er wollte mit dem Außenminister telefonieren und darüber sprechen, wie Fußball als eine Form der Soft Power für Amerika dienen kann.“ Doch die wahren Motive seien durchsichtig: „Aber wir alle wissen, dass es um den Erhalt seines Amtes geht. Um nichts anderes geht es derzeit.“
Eine zweite Quelle berichtet, dass sich Infantino durch die Flut negativer Medienberichte „isoliert“ gefühlt habe. „Er sucht nach namhaften Verbündeten, die ihn öffentlich unterstützen“, wird die nicht namentlich genannte Person zitiert. Die Zeitung hat sowohl die Fifa als auch das Außenministerium um Stellungnahme gebeten. Zudem habe Infantino seit dem Scheitern seines Vorhabens mehrmals versucht, Präsident Donald Trump (80) persönlich telefonisch zu erreichen.
Rückzug nach massiven Protesten
Hintergrund ist der geplante Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der Fifa, etwa an der Weltmeisterschaft, an eine Investoren-Gruppe, zu der auch Trumps Schwiegersohn-Bruder Joshua Kushner zählt. Am Samstag zog die Fifa das Vorhaben offiziell zurück, nachdem weltweit Proteste laut geworden waren. Die Uefa hatte den Schweizer scharf kritisiert, und auch der englische sowie der walisische Fußballverband entzogen ihm laut Sky News die Unterstützung für eine Wiederwahl. Serbien schloss sich an.
Infantino steht seit 2016 an der Spitze des Weltverbands. Im kommenden Jahr, am 18. März 2027, möchte er sich auf dem 77. Fifa-Kongress in Rabat (Marokko) den Statuten zufolge ein letztes Mal für weitere vier Jahre wählen lassen. Doch der Widerstand wächst, und die Zeit wird knapp. Ob die Kontaktaufnahme zum Weißen Haus ihm helfen wird, bleibt fraglich – doch Infantino scheint entschlossen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um seinen Posten zu retten.



