Gastro-Influencer Kemal Üres verteidigt hohe Dönerpreise trotz Morddrohungen
Influencer verteidigt Dönerpreis-Explosion trotz Drohungen

Gastro-Influencer verteidigt Dönerpreis-Explosion trotz Morddrohungen

Noch vor zwei Jahrzehnten galt der Döner als unschlagbares Billig-Mittagessen: Für 2,50 bis 4 Euro konnte man in vielen deutschen Städten satt werden. In den 2010er-Jahren begann ein langsamer Preisanstieg, der seit 2020 rasant beschleunigte. Heute müssen Kebab-Liebhaber in Metropolen wie Berlin häufig 8 Euro oder mehr für ihren Döner bezahlen. Während viele Konsumenten sich nach den alten Niedrigpreisen sehnen, begrüßt Gastro-Influencer Kemal Üres (48) diese Entwicklung ausdrücklich.

Kemal Üres: Vom Restaurantbetreiber zum digitalen Gastro-Berater

Kemal Üres wurde 1977 in Konstanz geboren und lebt seit seinem 18. Lebensjahr in Hamburg. Mit nur 19 Jahren eröffnete er sein erstes Restaurant. Heute berät er mit seiner eigenen digitalen „Schule“ hunderte Gastronomen in ganz Deutschland. In den sozialen Medien ist er als „Gastroflüsterer“ aktiv und erreicht nach eigenen Angaben monatlich rund 100 Millionen Menschen. Plattformübergreifend folgen ihm mehr als eine Million Menschen. In seinen Videos testet er Restaurants weltweit und unterstützt Gastronomen in schwierigen Situationen – oft mit versteckter Kamera, um unerkannt zu bleiben.

Die umstrittene Forderung: Mindestens 8,50 Euro für einen Döner

Bereits 2022 setzte sich Kemal Üres erstmals öffentlich für höhere Dönerpreise ein. Seine klare Forderung: „Der Döner muss 8,50 Euro kosten bei einer guten Qualität.“ Diese Position polarisierte stark. Während er angibt, damit „viele Dönerläden gerettet“ zu haben, erntete er bei zahlreichen Kebab-Liebhabern heftige Kritik. Im Gespräch mit BILD berichtet er nun von den Konsequenzen: „Ich hatte sogar Morddrohungen bekommen. Die Leute warfen mir vor, aus ihrem Döner einen Bugatti gemacht zu haben.“

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Warum ein teurer Döner schöner ist

Kemal Üres begründet seine Forderung mit wirtschaftlichen Realitäten. Schon früh habe er erkannt, „dass der Döner keine Zukunft hat“, wenn die Preise künstlich niedrig bleiben. Allein beim Fleisch liege man schnell bei etwa zwei Euro pro Portion. Hinzu kommen Kosten für Brot, Soße, Salat, Miete und Personal. Daher steht er auch im Jahr 2026 noch unbeirrt hinter seiner Preisforderung.

Seine Botschaft an alle, die sich den 3-Euro-Döner zurückwünschen, ist deutlich: „Die gehen ja auch selber einkaufen. Es ist alles so teuer geworden, und wenn ein Gastronom sauber und ordentlich arbeitet, ist Deutschland ein kostspieliges Land.“ Für ihn ist ein hochpreisiger Döner nicht nur wirtschaftlich notwendig, sondern auch ein Zeichen für Qualität und faire Arbeitsbedingungen in der Gastronomie.

Die Zukunft des Döners in Deutschland

Die Debatte um angemessene Dönerpreise spiegelt größere wirtschaftliche Entwicklungen wider. Steigende Lebensmittelkosten, höhere Mieten und gestiegene Personalkosten setzen Gastronomen unter Druck. Kemal Üres positioniert sich als Stimme für eine nachhaltige Gastronomie, die Qualität über Niedrigpreise stellt. Trotz der persönlichen Angriffe und Drohungen bleibt er bei seiner Überzeugung: Nur mit angemessenen Preisen kann der Döner als kulinarisches Kulturgut in Deutschland langfristig überleben.

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