Jenoptik nach turbulentem Jahr: Neue Führung und optimistische Prognose für 2026
Die Jenoptik AG, eines der umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen in Ostdeutschland, blickt nach einem herausfordernden Jahr 2025 mit Zuversicht in die Zukunft. Nach umfangreichen Veränderungen an der Spitze von Vorstand und Aufsichtsrat rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr 2026 mit einem deutlichen wirtschaftlichen Aufwärtstrend.
Positive Signale aus der Halbleiterindustrie
Vorstandsvorstand Prisca Havranek-Kosicek betonte in einer aktuellen Mitteilung aus Jena, dass vor allem die Nachfrage aus der Halbleiterindustrie spürbar angezogen habe. Jenoptik liefert für diesen Bereich spezielle Produktionsausrüstungen und profitiert damit von der erwarteten positiven Entwicklung. Erwartet wird angesichts angekündigter massiver Investitionen in Datencenter eine grundsätzlich positive Entwicklung der Halbleiterausrüstungsindustrie, so Havranek-Kosicek.
Dividendensteigerung trotz Gewinneinbruch
Obwohl das Unternehmen im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnete, plant der Vorstand eine leichte Erhöhung der Dividendenzahlung an die Aktionäre. Vorgeschlagen sei, dass die Ausschüttung von 0,38 auf 0,40 Euro pro Anteilsschein steigt. Damit würden insgesamt 22,9 Millionen Euro ausgeschüttet werden. Zu den Aktionären des Optik-Unternehmens gehört auch eine staatliche Thüringer Beteiligungsgesellschaft.
Neue Führungsspitze ab Oktober
Nach dem überraschenden Abgang von Vorstandschef Stefan Traeger im vergangenen Jahr wird Jenoptik spätestens im Oktober einen neuen Chef erhalten. Der Physiker Dominic Dorfner soll dann die Position des Vorstandsvorsitzenden übernehmen. Dorfner leitet derzeit noch den Anbieter für Leistungselektronik Semikron Danfoss mit etwa 4.000 Beschäftigten. Er wurde als Jenoptik-Chef vom Aufsichtsrat zunächst für drei Jahre berufen.
Bilanz 2025 und Ausblick
Die Geschäftsbilanz für 2025 zeigt einen Umsatzrückgang von 6,3 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern sank von 94,2 Millionen auf 74,2 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag mit 993 Millionen Euro etwa drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dennoch erwartet das Unternehmen für 2026 wieder ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich bei verbessertem Ertrag.
Wichtige Märkte und Unternehmensprofil
Jenoptik blickt angesichts einer erwarteten positiven Entwicklung in den wichtigen Märkten besonders optimistisch in die Zukunft:
- Halbleiterindustrie
- Medizintechnik
- Messtechnik
- Mobilität
Das Unternehmen mit weltweit knapp 4.100 Mitarbeitern ist vor wenigen Tagen nach einer mehrjährigen Pause wieder in den MDax der Frankfurter Börse aufgestiegen. Das Kerngeschäft umfasst:
- Optische Systeme
- Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen
- Laser und Ausrüstungen für die Verkehrsüberwachung
Jenoptik gehört zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland und positioniert sich mit seiner Expertise in optischen Technologien für die Zukunft.



